Robert Halver Amerikas digitale Waffe ist voll geladen

Foto mit Bulle in New York: US-Aktien verteuern sich trotz US-Präsident Donald Trump. | © Getty Images

Foto mit Bulle in New York: US-Aktien verteuern sich trotz US-Präsident Donald Trump. Foto: Getty Images

Deutsche Anleger neigen dazu, US-Aktien mit dem US-Präsidenten Trump gleichzusetzen und zu meiden. In der Tat, statt verantwortungsvoller Führer der freien westlichen Welt zu sein, setzt er außenpolitisch auf amerikanischen Egoismus und Isolationismus. Und auch innenpolitisch zeigt sich der Präsident nicht als Ausbund an Regierungsfähigkeit.

Der Vertrauensverlust in die US-Politik stört Amerika selbst weniger als die Rest-Welt. Wall Street scheint auf dem politischen Auge blind zu sein. Warum sollte ansonsten der US-Aktienmarkt das Polit-Chaos mit so vielen Rekordständen belohnen? Und wenn die Sehkraft wieder zunimmt? Kommt dann die Erkenntnis, dass die Trumpsche Aktienhausse auf Sand gebaut ist? Stehen also Dow Jones, S&P 500 und Nasdaq vor einem fulminanten Kurseinbruch, sogar einem Crash?

Regierung keine One-Man-Show

In puncto Regierung sollte man jedoch den Washingtoner Polit-Apparat nicht unterschätzen. Trumps Ministerriege und die vielen Stabsstellen sind so etwas wie die ersten Offiziere der USS America. Sie sind durchaus in der Lage, selbst einen Captain „Donald“ Ahab vom Kurs der unberechenbaren Verfolgung von Moby Dick abzubringen.    

Diese Smart Guys setzen auf ökonomische Vernunft. Sie wollen eine Unternehmenssteuersenkung und eine geringe pauschale Einmalsteuer auf nach Amerika zurückgeführte Auslandsgewinne von US-Konzernen.

Sicher kommt die Steuersenkung nicht über Nacht und für sie ist die Zustimmung der Demokraten im US-Senat erforderlich. Doch auch sie wollen nicht als Konjunktur-Verräter gebrandmarkt werden. National unbestrittener Konsens ist es nämlich, dass die USA ein wettbewerbsschädigendes Unternehmens-Hochsteuerland sind. Die Chancen für eine Steuerreform stehen nicht schlecht. 

Digitales findet in Amerika einen fruchtbaren Nährboden

Steuersenkungsbedingte Rückführungen von im Ausland viele Billionen schwer gehaltenem Kapital der US-Konzerne träten einen amerikanischen Investitionsboom los und verbesserten den US-Arbeitsmarkt auch qualitativ. Nicht zuletzt böten die USA noch attraktivere Rahmenbedingungen für ausländische Investoren.