Robert Halver zu Strafzöllen „Handelskriege schaden vor allem der Exportnation Deutschland“

US-Präsident Donald Trump (Mitte rechts) mit einem Darsteller von Nordkoreas Führer Kim Jong-un (Mitte links): Börsenexperte Robert Halver fordert friedlichen und freien Handel. | © Getty Images

US-Präsident Donald Trump (Mitte rechts) mit einem Darsteller von Nordkoreas Führer Kim Jong-un (Mitte links): Börsenexperte Robert Halver fordert friedlichen und freien Handel. Foto: Getty Images

Der handelsprotektionistische Hammer kreist wieder und der Hammerwerfer heißt Donald Trump. Unter dem Deckmantel der nationalen Sicherheit kann er Strafzölle erheben oder diese erhöhen. Und so will er Importzölle von 25 Prozent auf Stahl und 10 Prozent auf Aluminium einführen.

Beim Handelskrieg wird Deutschlands Exportstärke zu seiner größten Achillesferse!

Diese bedenklichen Maßnahmen sind zunächst der amerikanischen Innenpolitik geschuldet. Im November 2018 finden die nächsten Kongresswahlen statt. Nach diversen Affären ist der US-Präsident derzeit ähnlich beliebt wie Mäuse im Feinschmeckerrestaurant. Die Demokraten könnten Trumps Republikanern durchaus die Mehrheit wegnehmen. Also muss Trump bei seinen Stammwählern als Rambo, als Verteidiger der US-Handelsinteressen punkten.

Grundsätzlich ist Trump davon überzeugt, Handelskriege seien zu gewinnen. Seine Außenhandelsanalyse ist genial naiv: Was Amerika nicht importiert, produziert es eben selbst und schafft damit auch noch einen starken Industriestandort. Dass dann allerdings die internationale Arbeitsteilung - jeder macht das, was man am besten kann - deutlich weniger Mehrwert übrigens auch für die US-Wirtschaft und ihre Beschäftigten schafft, verschweigt dieses unorthodoxe Wirtschaftsgenie leider.

Der Glaube an den internationalen Freihandel ist nicht fest

Sicherlich sind andere Exportnationen auch keine Heiligen des Freihandels. China sieht sich zwar gerne als Verteidiger des freien Welthandels. Doch genauer betrachtet subventioniert Peking die Preise seines Exportstahls und -aluminiums dermaßen, dass die Konkurrenz in den USA keine marktwirtschaftliche Chance mehr hat. 

Und Pharisäertum im Freihandel gibt es auch in der EU. Während Europa auf in die USA ausgeführte PKWs nur 2,5 Prozent Zoll zahlt, führen US-Autoexporteure in die andere Atlantik-Richtung 10 Prozent ab. Und während Amerika für fast 48 Prozent seiner Importe außerhalb der Landwirtschaft keinen Cent Zoll verlangt, gewährt die EU Zollbefreiung nur für etwa ein Viertel der US-Importe. Europa ist also protektionistischer als Amerika. Diese Sonderbehandlung der Amerikaner Europa gegenüber rührt teilweise noch aus der Zeit des Kalten Kriegs, als Europa als Bollwerk gegen den bösen Sowjet-Iwan gestützt werden sollte.