Safety First: Finanzprofis raten zu sicheren Zertifikaten

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Die von DAS INVESTMENT.com befragten Maklerpools Jung, DMS & Cie. und Netfonds legten ihren Kunden im Juni vor allem konservative Zertifikate ans Herz. Das Gros der beliebtesten Zertifikate trägt Wörter wie Zins, Anleihe und Garant im Namen. Kein Verlustrisiko, sichere Zinseinnahmen – das sind die Produkteigenschaften, von denen sich die Kunden derzeit am ehesten überzeugen lassen. Zu den Zertifikate-Top-Seller-Listen:
>> Netfonds
>> Jung DMS & Cie.
>> DAB Bank Netter Zins von halbstarkem Schuldner

An die Spitze der meistverkauften Zertifikate des Maklerpools Netfonds schaffte es die WGF 6,35% Hypothekenanleihe (WKN WGFH04). Emittent ist die Westfälische Grundbesitz und Finanzverwaltung AG (WGF). Das Papier, emittiert am 15. Februar 2009, läuft bis 14. Februar 2014 und bietet eine jährliche Zinszahlung von 6,35 Prozent. Zur Fälligkeit wird die Anlagesumme zu 100 Prozent zurückgezahlt.

Damit schlägt das Papier aktuelle Tagesgeldofferten und Renditen aus Staatsanleihen um Längen. Der Haken: Wie bei allen Zertifikaten tragen Anleger ein Emittentenrisiko. Geht die WGF pleite, ist die Anlagesumme in Gefahr. Mit einem Unternehmens-Rating von BBB-, ausgesprochen von Creditreform Rating, gehört die Immobiliengesellschaft nicht gerade zu den sichersten Schuldnern. Da die WGF 6,35 % Hypothekenanleihe jedoch als mündelsicher eingestuft wird, sollten Anleger auch im Insolvenzfall einen Großteil ihrer investierten Gelder zurückerhalten (mehr dazu im Artikel: WGF 6,35 % Hypothekenanleihe: Starke Rendite von schwachem Emittenten).

Inflationsschutz von Credit Suisse

Platz zwei der Netfonds-Top-Seller-Liste belegt die 3% Plus Zins Garant Anleihe 2 von Credit Suisse (WKN CS0AEC). Das Zertifikat wurde am 25. Juni 2009 emittiert, hat eine Laufzeit von fünf Jahren und wird am 28. Juni 2014 fällig. Der eingezahlte Betrag ist zur Fälligkeit garantiert.

Die Gewinnchance ist schnell erklärt. Die Laufzeit des Papiers ist in zwölf Kuponperioden von je sechs Monaten unterteilt. Am Ende eines jeden Halbjahres werden mindestens 3 Prozent Zinsen gezahlt. Ob es mehr werden, hängt von der Höhe des 6-Monats-Euribors ab – dem Zinssatz, zu dem sich Banken gegenseitig Geld mit einer Laufzeit von sechs Monaten leihen.

Zu Beginn jeder Kuponperiode vergleicht der Emittent den fixen 3-Prozent-Kupon mit dem aktuellen Interbankenzinssatz. Letzterer wird immer dann als Zinssatz für das nächste Halbjahr festgesetzt, wenn er über dem Mindestzins liegt.

Zurzeit notiert der Euribor bei mageren 1,132 Prozent (Stand: 7. August 2009). Gut möglich, dass es der Zertifikatezins wie schon zum ersten Kuponfixingtag auch am nächsten Stichtag am 25. November 2009 nicht über die 3-Prozent-Hürde schafft. Wirklich lohnen wird sich das Papier nur dann, wenn es in den nächsten Jahren, wie von vielen Experten vorhergesagt, zu einem deutlichen Anstieg der Inflationsrate kommt (zum Artikel: Wirtschaftsexperte Straubhaar: „Inflationsraten ab 5 Prozent aufwärts").

Öl- und Gas-Bonus mit Kapitalschutz

Das im Juni meistverkaufte Zertifikat des Maklerpools Jung, DMS & Cie. ist das Best Balance Energie Bonus Garant II (WKN A0N178) der Österreichischen Volksbanken AG. Das Papier mit einer vierjährigen Laufzeit bis 28. Mai 2013 winkt zur Fälligkeit mit einer Bonuszahlung von 45 Prozent. Damit es dazu kommt, darf keiner der zugrundeliegenden Basiswerte während der Laufzeit mehr als 48 Prozent von seinem Startwert einbüßen.

Bei den Basiswerten handelt es sich um vier Indizes der S&P-GSCI-Familie auf die Energierohstoffe Öl (die Sorten Brent und WTI Crude sowie Heizöl) und Erdgas. Rutscht einer dieser Indizes unter die Barriere, fällt die Bonuszahlung flach. Verluste sind jedoch nicht vorgesehen: Zur Fälligkeit gibt es mindestens den eingesetzten Betrag zurück.