Schroders-Expertin Johanna Kyrklund „Wir diversifizieren mit alternativen Instrumenten“

Johanna Kyrklund blickt positiv in die Zukunft: „Seit der globalen Finanzkrise sind die Volkswirtschaften weltweit noch nie so synchron gewachsen wie zurzeit“

Johanna Kyrklund blickt positiv in die Zukunft: „Seit der globalen Finanzkrise sind die Volkswirtschaften weltweit noch nie so synchron gewachsen wie zurzeit“

In diesem Jahr konzentrieren wir uns darauf, Erträge zu erwirtschaften, solange das Umfeld günstig ist. Wir achten aber auch weiterhin auf jedes Anzeichen einer Verschlechterung.

Noch nie seit der globalen Finanzkrise sind die Volkswirtschaften weltweit so synchron gewachsen, wie es derzeit zu beobachten ist. Im Zuge dessen erscheinen auch die Aussichten für die Unternehmensgewinne günstig. Dies stützt unsere positive Einschätzung Aktien gegenüber sowie unser Engagement in Schwellenländern. Allerdings halten wir Wachstumsaktien für überbewertet und meiden sie aus diesem Grund.

Bleiben Inflation und Zinsen niedrig?

Das offenkundige Risiko für unseren optimistischen Ausblick sind die hohen Bewertungen der Vermögenswerte. Die Bewertungen allein lassen nicht auf die Renditen in den nächsten ein bis drei Jahren schließen, sind aber ein wichtiger Indikator für das Risiko und die Verlustwahrscheinlichkeit. Bislang wurden die Bewertungen durch die geringe Inflation und die niedrigen Zinsen gestützt.

Wir erwarten, dass die Normalisierung der Geldpolitik schrittweise verläuft. Gleichwohl kommt der Konjunkturzyklus allmählich in die Jahre, und vor diesem Hintergrund werden wir 2018 wohl Zug um Zug vorsichtiger werden.

Einstweilen haben wir uns durch den Kauf von inflationsgebundenen US-Anleihen und die Bevorzugung von 30-jährigen gegenüber 10-jährigen US-Staatsanleihen gegen eine höhere Inflation und eine aggressivere Verringerung der Zentralbankliquidität abgesichert. Unsere Zinssensitivität wird ebenfalls dadurch verringert, dass wir unterbewertete Vermögenswerte bevorzugen.

Die Währung ist entscheidend

Als besonders wichtig hat es sich 2017 erwiesen, die Entwicklung des US-Dollar vorherzusagen. Da wir uns Anfang des Jahres zum ersten Mal in diesem Jahrzehnt negativ gegenüber dem US-Dollar positionierten, haben wir von seinem Rückgang profitiert. Wir stehen Schwellenländerwährungen aufgrund ihrer attraktiven Renditen nach wie vor positiv gegenüber.

Suche nach neuen Diversifikationsquellen

Da viele Anlageklassen strukturell niedrigere Erträge erwarten lassen, diversifizieren wir unsere Portfolios zunehmend mithilfe von alternativen Instrumenten. Dazu zählen beispielsweise faktorbasierte alternative Risikoprämien* wie Momentum, bei der wir Werte mit steigender Kurstendenz bevorzugen. So ist es möglich, in sowohl steigenden als auch fallenden Märkten positive Erträge zu erwirtschaften.

* Faktoren sind die Ertragstreiber in Anlageklassen. Makroökonomische Faktoren machen die wesentlichen Risiken ganzer Anlageklassen aus, und Stilfaktoren sind für die Erträge und Risiken innerhalb von Anlageklassen mitverantwortlich. Einer dieser Stile ist der Momentum-Stil, der Vermögenswerte mit einer steigenden Kurstendenz bevorzugt.

Die hierin geäußerten Ansichten und Meinungen stammen von Johanna Kyrklund, Globale Leiterin Multi-Asset Investments, und stellen nicht notwendigerweise die in anderen Mitteilungen, Strategien oder Fonds von Schroders oder anderen Marktteilnehmern ausgedrückten oder aufgeführten Ansichten dar.