Schrumpfendes Stiftungsvermögen Harvard-Vermögensverwaltung macht zwei Milliarden Dollar Verlust

Gebäude der Harvard Universität | © Getty Images

Gebäude der Harvard Universität Foto: Getty Images

Die US-Elite-Hochschule Harvard ist wieder auf der Suche nach einem Chef für ihre Vermögensverwaltung. Grund: der bisherige Investmentchef Stephen Blyth schaffte es in den 18 Monaten seiner Tätigkeit nicht, das Stiftungsvermögen zu mehren.

Im Gegenteil: dessen Wert sank unter seiner Führung 2015 von 37,5 auf 35,6 Milliarden Dollar. Blyths Vor-Vorgänger Mohamed El-Erian hatte in seiner anderthalbjährigen Amtszeit noch ein Plus von 23 Prozent erwirtschaftet. Bei Jane L. Mendillo, die den Job an Blyth übergab, schlug 2014 immerhin noch ein Plus von 5,8 Prozent zu Buche.

Im Schnitt lag die Rendite seit 2006 damit bei jährlich 7,6 Prozent – im Vergleich zu den zweistelligen Zuwachsraten anderer Ivy-League-Unis wie Yale oder Princeton offenbar nicht genug.

Schleudersitz Harvard-Investmentchef

Der jetzige Interims-Chef der universitären Vermögensverwaltung, Blyths bisheriger Stellvertreter Robert A. Ettl, machte neben dem Niedrigzinsumfeld und volatilen Märkten ausdrücklich auch die interne Performance der eigenen Vermögensverwaltung für das enttäuschende Ergebnis verantwortlich.

Lust, dauerhaft auf dem Schleudersitz des Investmentchefs Platz zu nehmen, hat Ettl offenbar nicht. Er selbst kündigte an, nur übergangsweise für den Posten zur Verfügung zu stehen. Blyths Ausscheiden ist bereits der vierte Abgang eines Harvard-Investmentchefs innerhalb von zehn Jahren.

Angst um eine mögliche Harvard-Pleite sind dennoch unangebracht: Bei einer Spendenrunde sammelte die Bostoner Hochschule kürzlich nach eigenen Angaben rund sieben Milliarden Dollar ein.