Schweizer Franken Fondsmanager und Volkswirte über die Franken-Aufwertung

Alphornbläser in der Schweiz: Die Aufwertung des Franken hat bestimmt auch Auswirkungen auf den Absatz des traditionellen Blasinstruments der Alpenrepublik (Foto: Getty Images)

Alphornbläser in der Schweiz: Die Aufwertung des Franken hat bestimmt auch Auswirkungen auf den Absatz des traditionellen Blasinstruments der Alpenrepublik (Foto: Getty Images)

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Eine Entscheidung, die viel zu früh kam und zu Zuständen wie in den 70er und frühen 80er Jahren führen könnte, so beurteilen Finanzexperten den SNB-Entscheid, die Franken-Euro-Bindung aufzuheben. In einem Punkt sind sich aber alle befragten Experten einig: Die bevorstehende EZB-Sitzung ist Grund für das Handeln.

„Die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs (EUGH), den Aufkauf von Staatsanleihen durch die EZB zu legitimieren, ist wie ein Todesstoß für die SNB. Denn nach dieser Entscheidung zweifelt wohl niemand mehr daran, dass die EZB am kommenden Donnerstag eine weitere Quantitative-Easing-Runde verkünden wird. Um ihre 2011 festgesetzte Kursuntergrenze beizubehalten, hätte die Schweizer Zentralbank die europäische Gemeinschaftswährung im großen Stil aufkaufen - und nebenbei indirekt die Staatsschulden der Euro-Peripherieländer finanzieren – müssen“, meint Martin Siegel, Edelmetallexperte, Fondsmanager und Geschäftsführer bei Stabilitas.

Für Holger Schmitz, Vorstand von Schmitz & Partner – Privates Depotmanagement, kam die Entscheidung der Schweizer – im Gegensatz zu vielen anderen Experten - nicht überraschend: „Ich wundere mich sehr, dass der Mindestkurs erst jetzt gefallen ist. Ich hatte schon ein Jahr nach dessen Einführung ein Zurücknehmen oder zumindest eine Reduktion durch die Schweizer Notenbank erwartet.“