Schwellenländer-Aktien Mausert sich Russland zum neuen Börsenliebling?

Schwellenländer-Aktien: Mausert sich Russland zum neuen Börsenliebling? | ©  Nastasia

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Die russische Börse hat zweifelsohne schwere Jahre hinter sich. Der Ölpreisverfall, der Ukraine-Konflikt, die damit verbundenen Wirtschaftssanktionen und eine heftige Rezession machten den Unternehmen zu schaffen. Doch seit Anfang 2016 geht es wieder steil aufwärts.  Der RTS Index liegt seit Januar 35Prozent im Plus. Er bildet die wichtigsten in Dollar gehandelten Aktien ab.

Auch der Rubel hält sich relativ nah am höchsten Stand seit zwölf Monaten. Die Aussichten haben sich deutlich aufgehellt. Die Wahl von Donald Trump könnte ein ganz wichtiger Schlüssel zum wirtschaftlichen Erfolg werden.  Ein Abbau der Wirtschaftssanktionen erscheint wahrscheinlicher als unter seinem Vorgänger Barack Obama.

Zwar ist der direkte Warenaustausch zwischen den Ländern relativ gering, und die von den USA verhängten Sanktionen treffen keine überlebenswichtigen Teile der Wirtschaft – aber sie erschweren internationale Finanzgeschäfte und verschrecken vorsichtige Investoren.

Wirtschaft dürfte Rezession ad acta legen

Außerdem dürfte die Wirtschaft 2017 die Rezession ad acta legen und laut einer Prognose der  Weltbank sogar um 1,2Prozent wachsen. Aufgrund vieler struktureller Probleme bleibt das mittelfristige Potenzial allerdings gedämpft. Zudem hat die Zentralbank damit begonnen die Leitzinsen zu senken. Würde es zu weiteren Lockerungen an der Zinsschraube kommen, wäre dies positiv für die Aktienmärkte.

Trotz der Kursanstiege der letzten Monate sind die Fundamentaldaten noch immer interessant. Die Unternehmen sind mit einem derzeitigen KGV von 7 günstig bewertet. Der Dax liegt im Vergleich bei 13,5 und der S&P500 sogar bei 18,5. Auch bei der Dividendenrendite können die russischen Unternehmen punkten. Im Schnitt schütten russische Aktien etwa 5 Prozent Dividende pro Jahr aus.

Ölpreisverfall hat das Land hart getroffen

Als eines der größten ölexportierenden Länder der Welt spielt der Ölpreis für Russlands Wirtschaft natürlich eine elementare Rolle. Der Ölpreisverfall seit Mitte 2014 hat das Land hart getroffen. Russlands Haushaltseinnahmen speisen sich etwa zur Hälfte aus dem Verkauf von Energieträgern.

Seit einigen Monaten steigt der Preis des schwarzen Goldes wieder. Dies sorgt für zusätzliche Phantasie. Ende November hat sich die OPEC  auf eine Drosselung der Ölfördermenge geeinigt. Wenn sich jetzt auch die anderen großen Ölnationen wie Russland, Norwegen oder Nigeria anschließen, dürfte der Ölpreis weiter zulegen.