Schwellenländer: „Im Zentrum der Weltwirtschaft“

Quelle: Istock

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Russland: plus 480 Prozent, China: plus 356 Prozent, Brasilien: plus 190 Prozent, Indien: plus 130 Prozent – das Bric-Quartett hat sich in den zehn Jahren bis Ende 2009 hervorragend geschlagen. Vor allem im Vergleich zu den etablierten Märkten, die am Ende des Jahrzehnts teilweise massiv im Minus notierten.

Anleger, die in Zeiten des Internet- und Technologie-Booms Mut bewiesen und schon damals an die Schwellenländer-Story geglaubt haben, wurden reichlich belohnt. Dieser Artikel stammt aus der aktuellen Ausgabe von DAS INVESTMENT (März 2010) >> zur Themenübersicht

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Für die beeindruckende Entwicklung gibt es viele gute Gründe. Gründe, die zudem dafür sprechen, dass es an den Schwellenländerbörsen noch eine ganze Weile so weitergehen wird. „Das Ende der Emerging Markets“ betitelt der Hedgefonds-Manager Everest Capital sein jüngstes Strategiepapier. Am Ende sind die Schwellenländer dabei nach Meinung der Everest-Analysten keineswegs; im Gegenteil: Lediglich den Begriff Emerging Markets halten sie für überholt.

„Schwellenländer repräsentieren die Hälfte der Weltwirtschaft. Ihre Aktienmärkte sind groß und liquide, mit einer ähnlichen Volatilität wie die etablierten Märkte. Corporate Governance und Regierungspolitik sind mit denen in den Industrienationen gleichauf oder ihnen überlegen“, heißt es in dem Report. „In der 90er Jahren erteilten die USA und Europa den Ländern Asiens und Lateinamerikas eine Lektion in Sachen Wirtschaftspolitik, heute läuft es umgekehrt.“ Gerade in der Finanzkrise haben sie großenteils mustergültige Politik betrieben.

„Die Schwellenländer haben 2009 einen großen Stresstest überstanden und befinden sich nun im Zentrum der Weltwirtschaft“, sagt Joyce Chang, Chefin des Emerging Market Researchs bei JP Morgan. „2009 wird als das Jahr in Erinnerung bleiben, in dem die Schwellenländer die Weltwirtschaft beherrscht haben.“ Ihr Anteil am globalen Wirtschaftswachstum war erstmals höher als das aller Industrieländer zusammen, und das wird auch in den kommenden Jahren so bleiben.