Schwellenländer schlagen Industrienationen

Fondsmanager-Star Mark Mobius, Franklin Templeton

Fondsmanager-Star Mark Mobius, Franklin Templeton

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Die meisten Aktienmärkte weltweit blieben im Juli in Fortsetzung ihrer günstigen Performance vom Juni neuerlich im positiven Terrain. So rentierte der MSCI Emerging Market Index in US-Dollar 2,0 Prozent. Allerdings konkretisierten sich Befürchtungen rund um die Haushaltssituation Spaniens, nachdem Valencia als erste Region des Landes finanzielle Unterstützung von der Zentralregierung forderte. Dagegen bewirkte die starke Aussage des EZB-Präsidenten Mario Draghi, wonach die Europäische Zentralbank "alles, was nötig ist," tun würde, um den Euro zu retten, gegen Monatsende eine Rally der weltweiten Aktienmärkte.

Die Brutto-Inlands-Produkt-Wachstumsdynamik (BIP) in den Schwellenländern schwächte sich zwar neuerlich ab, blieb aber noch deutlich höher als in den Industrieländern. Staaten wie China, Brasilien und Südkorea lockerten ihre Geldpolitik und senkten die Leitzinsen, um so im derzeitigen weltweit unsicheren Umfeld die Binnenwirtschaft zu unterstützen. Asiatische Märkte schnitten im Juli besser ab als andere Schwellenländer. Die beste Performance erzielten Singapur, Pakistan und Indonesien.

Aktuelles aus den Regionen

Obwohl das BIP-Wachstum Chinas im zweiten Quartal das geringste seit drei Jahren war, übertraf es jenes aller anderen Länder weltweit. Im zweiten Quartal 2012 verzeichnete das Land ein BIP-Wachstum von 7,6 Prozent im Jahresvergleich, im ersten Quartal waren es noch 8,1 Prozent gewesen. Die Hauptgründe für die Abschwächung lagen im Rückgang der Immobilien- und Infrastrukturinvestitionen sowie in der geringen Exportnachfrage aus Europa und den USA.

Die People’s Bank of China senkte Anfang Juli und damit nur knapp einen Monat nach der Senkung vom Juni zur Unterstützung der heimischen Wirtschaft ganz unerwartet den Leitzins. Die Spar- und Kreditzinsen wurden um 25 Basispunkte (0,25 Prozent) bzw. 31 Basispunkte (0,31 Prozent) auf jeweils 6,0 Prozent und 3,0 Prozent gesenkt. Die Inflation erreichte im Juni ihren tiefsten Stand seit über zwei Jahren. Der Verbraucherpreisindex ging im Jahresvergleich von 3,0 Prozent im Mai auf 2,2 Prozent zurück, was hauptsächlich auf die niedrigeren Schweinepreise zurückzuführen ist.

Der fünfte Gipfel des China-Afrika-Kooperationsforums (FOCAC) fand im Juli in Peking statt. Vertreter aus China und Afrika verpflichteten sich zur verstärken Fortsetzung ihrer Handels- und Wirtschaftsbeziehungen und Investitionen und zum Ausbau der internationalen Kooperation, des Dialogs und des Kulturaustausches. Außerdem einigten sich China und die Südamerikanische Handelsgemeinschaft Mercosur auf den Ausbau der wirtschaftlichen Zusammenarbeit und die Erhöhung der bilateralen Handelsvolumina auf 200 Milliarden US-Dollar bis 2016.

Das BIP-Wachstum Südkoreas fiel auf das niedrigste Niveau seit über zwei Jahren. Dies war vor allem auf den geringeren Anstieg des Konsums und auf den Rückgang der Exporte und Investitionen zurückzuführen. Das BIP verzeichnete im zweiten Quartal 2012 im Jahresabstand ein Wachstum von 2,4 Prozent gegenüber den 2,8 Prozent im ersten Quartal des Jahres.

Die Bank of Korea und das südkoreanische Finanzministerium mussten wegen der Krise der Eurozone und des langsamen Aufschwungs in den USA und Japan mit ihren voraussichtlichen Auswirkungen auf die südkoreanischen Exporte ihre BIP-Prognosen für 2012 auf 3,0 Prozent bzw. 3,3 Prozent im Jahresabstand nach unten korrigieren. Exporte machen über 50 Prozent des südkoreanischen BIP aus.

Die Zentralbank überraschte die Investoren im Juli mit einer Senkung der Leitzinsen um 25 Basispunkte (0,25 Prozent) auf 3,0 Prozent. Es war dies der erste derartige Schritt seit über drei Jahren. Die Inflation ging auf den niedrigsten Wert seit 12 Jahren zurück. Der Verbraucherpreisindex sank im Juni von 2,2 Prozent im Jahresvergleich auf 1,5 Prozent. Damit lag er unter der Inflationszielbandbreite der Zentralbank von 2 Prozent bis 4 Prozent für 2012.