Schwer zu fördern Investoren meiden Rohstoffe in Südafrika

Gold: Neben Eisenerz, Kohle und Platin ist es einer der Rohstoffe, die man in Südafrika fördern kann. Foto: Getty Images

Gold: Neben Eisenerz, Kohle und Platin ist es einer der Rohstoffe, die man in Südafrika fördern kann. Foto: Getty Images

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Langwierige Arbeitsniederlegungen, veraltete Bergwerke und regulative Unsicherheiten haben den Börsenwert der südafrikanischen Bergbauunternehmen im Vergleich zu den globalen Wettbewerbern auf ein Vierjahrestief sinken lassen. Noch Anfang 2013 wurden die Aktien fast ohne einen Abschlag gehandelt.

„Südafrika ist auf nationaler Ebene ohne Frage einer der schwierigsten Betriebsstandorte in der Welt”, sagt Charl Malan, Portfoliomanager von Van Eck Associates in New York. „Eine nicht-südafrikanische Firma wird mit einem Multiplikator-Aufschlag gegenüber einer südafrikanischen Firma gehandelt.”

Der Wandel in der Anlegerstimmung ist ein wichtiges Thema auf der Konferenz Joburg Indaba, die in der vergangenen Woche in Johannesburg begonnen hat. Ein fünf Monate währender Streik bei den Platin-Produzenten, schwindende Goldreserven, anhaltende Stromausfälle und politische Ungewissheit haben die Bergbaukonzerne zum Handeln veranlasst.

Anglo American, der größte Platinkonzern, verkauft Minen, die letztes Jahr ein Drittel seiner Förderung geliefert haben. BHP Billiton, der weltgrößte Bergbaukonzern, plant die Ausgliederung einiger Betriebsgesellschaften in ein neues Unternehmen, das über die meisten seiner Vermögenswerte in Südafrika verfügen wird.

Gold Fields war der viertgrößte Gold-Produzent des Edelmetalls, bis im vergangenen Jahr die meisten der südafrikanischen Minen abgespalten wurden. Und der Plan des drittgrößten Goldkonzerns AngloGold Ashanti, seine inländischen und ausländischen Aktiva zu trennen, scheiterte nur daran, dass die Anleger eine damit einhergehende Aktienplatzierung im Volumen von 2,1 Milliarden Dollar blockiert hatten.

„Der Zeitraum 2004 bis 2014 sollte in unserer Branche als ein verlorenes Jahrzehnt betrachtet werden”, sagte Anglo-American-Chef Mark Cutifani auf der Konferenz. „Wir hatten die allergrößte Mineralienerschließung in der Welt, doch im Laufe der letzten zehn Jahre fielen die Realwerte im Hinblick auf die Kurse unserer im JSE gelisteten Unternehmen um 30 Prozent.”

Die Unternehmen in dem 104 Mitglieder umfassenden Bloomberg World Mining Index werden zum 14,8-fachen der erwarteten Gewinne gehandelt, während die 16 südafrikanischen Rohstofftitel im FTSE/JSE Africa Mining Index ein KGV von 12,3 aufweisen. Die Differenz zwischen den beiden erreichte am 6. Oktober 2,7 und damit den höchsten Abstand seit September 2010, zeigen Daten von Bloomberg. Anfang 2014, also vor dem Platin-Streik, lag der Abstand bei 1,54 und Anfang 2013 sogar nur bei 0,1.