Scope Analysis Offene Immobilienfonds: „Anleger in Hochstimmung“

Scope Analysis: Offene Immobilienfonds: „Anleger in Hochstimmung“ | © Kaique Rocha

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Sonja Knorr, Scope Analysis

Wie ist die aktuelle Marktsituation bei offenen Immobilienfonds? Das fragte die Rating-Agentur Scope jetzt 149 institutionelle Investoren, Vermögensverwalter und Vertriebe sowie 13 Fondsanbieter, die zusammen Vermögen von mehr als 180 Milliarden Euro verwalten.

„Die Stimmung der Anbieter offener Immobilienfonds lässt sich kaum übertreffen“, kommentiert Scope-Analystin Sonja Knorr die Ergebnisse. Rund 60 Prozent der Befragten beurteilen die Lage in diesem Jahr mit „gut“, 40 Prozent sogar mit „sehr gut“. Für das Jahr 2018 sind die Einschätzungen identisch.

Fonds verzeichnen Rekordzuflüsse

Die Einschätzung zur Lage korrespondiert mit den erwarteten Mittelzuflüssen: Bereits im vergangenen Jahr verzeichneten offene Immobilienfonds Rekordzuflüsse. Nach den aktuellen Erwartungen der Fondsanbieter wird es 2017 so weiter gehen – knapp 40 Prozent rechnen mit moderaten Zuflüssen, mehr als 60 Prozent sogar mit deutlichen Zuflüssen. 

Investoren und Vertriebe: Wie beurteilen Sie die Lage im Gesamtmarkt für offene Immobilienfonds für das Jahr 2017?

Eine Folge der positiven Markteinschätzung und der erwarteten Mittelzuflüsse: Alle befragten Anbieter planen in den kommenden drei Jahren neue Produkte. Zum Vergleich: In der letzten Marktbefragung vor zwei Jahren gab nur die Hälfte der Emittenten an, die Auflage von Fonds zu planen.

Mangel an attraktiven Objekten

Aber: „Trotz sehr guter Stimmung und zahlreicher Produktpläne gibt es Risiken“, gibt Knorr zu bedenken. Als größte Risiken für die Attraktivität offener Immobilienfonds stufen 60 Prozent der Befragten einen möglichen Anstieg des Zinsniveaus und den Mangel an geeigneten Investitionsobjekten ein. 

Die Knappheit von attraktiven Immobilien habe bereits heute Konsequenzen. Die Einschätzung zu den Investitionsvolumina für 2017 sind laut Knorr verhalten: „Trotz erwarteter Mittelzuflüsse gehen nur knapp 40 Prozent der Anbieter von im Vergleich zu 2016 steigenden Investitionen aus. Rund ein Viertel der Befragten rechnet mit einem ähnlichen Niveau und knapp 40 Prozent gehen sogar von einem geringeren Investitionsvolumen als 2016 aus.“ 

Der Mangel an attraktiv gepreisten Investitionsobjekten und die Erwartung weiterer Netto-Mittelzuflüsse gehen demnach mit der Erwartung steigender Liquiditätsquoten einher: Rund 45 Prozent der befragten Anbieter erwarten zum Jahresende höhere Liquiditätsquoten als zu Beginn dieses Jahres, knapp 40 Prozent rechnen mit einem ähnlichen Niveau und nur 15 Prozent gehen von sinkenden Liquiditätsständen aus.