Sechs Gründe Warum man jetzt in chinesische Anleihen investieren sollte

Eine Arbeiterin prüft Bauteile von Mikro-Motoren in einer Fabrik in Huaibei, China: Der Zugang ausländischer Investoren zum chinesischen Kapitalmarkt verbessert sich.  | © Getty Images

Eine Arbeiterin prüft Bauteile von Mikro-Motoren in einer Fabrik in Huaibei, China: Der Zugang ausländischer Investoren zum chinesischen Kapitalmarkt verbessert sich. Foto: Getty Images

Die Aufnahme chinesischer Aktien der Klasse A in die MSCI-Indizes wurde in den Fachmedien umfassend diskutiert. Im Gegensatz dazu fand jedoch die Ankündigung, dass chinesische Anleihen in den Global Aggregate Index von Bloomberg Barclays aufgenommen werden, weit weniger Beachtung.

Nun stellen sich Investoren die Frage, wie sie ihre Allokation in die Supermacht China effektiv ausbauen können. Obwohl China als die zweitgrößte Volkswirtschaft den drittgrößten Rentenmarkt weltweit aufweist, ist das Engagement in chinesischen Anleihen in globalen Portfolios weiterhin gering.

Anlage in chinesische Anleihen wird zunehmen

Da sich der Zugang zu den chinesischen Kapitalmärkten verbessert und internationale Investoren immer mehr Wissen über die Anlageklasse Fixed Income in China ansammeln, gehen wir davon aus, dass ein Engagement in chinesischen Anleihen zunehmen wird. In den vergangenen Jahren war ein Anstieg der Bestände an Onshore-Renminbi-Anleihen (CNY) von ausländischen Investoren zu verzeichnen – allen voran von Zentralbänkern weltweit, die ausländische Währungsbestände verwalten. Zum Ende des ersten Quartals 2018 hielten ausländische Investoren Onshore-CNY-Anleihen in Höhe von 1,4 Billionen CNY.

Chinas derzeitige signifikante Unterrepräsentanz in globalen Rentenportfolios wird sich unserer Einschätzung nach ändern, wenn ausländische Investoren ihr Engagement in diese zunehmend relevante Anlageklasse erhöhen.

Dafür sprechen die folgenden sechs Gründe.

  1. Die Merkmale chinesischer Anleihen entsprechen eher den Anleihecharakteristika von entwickelten Ländern und weniger von Schwellenländern.

Chinas Anleihen werden in Bezug auf Zugang und Marktfunktion eher als Vermögenswerte aus Schwellenländern angesehen. Unserer Ansicht nach sind chinesische Staatsanleihen in Bezug auf Volatilität und Umfang eher mit Vermögenswerten aus entwickelten Märkten vergleichbar.

Die Volatilität chinesischer Staatsanleihen war über verschiedene Zeithorizonte hinweg niedriger als die der meisten Anleihen aus entwickelten Märkten. Dies gilt größtenteils auch für die Volatilität des Renminbi. In Anbetracht dieser Faktoren ist unserer Meinung nach eine Allokation in chinesischen Fixed-Income-Produkten als Teil des Gesamtengagements in Anleihen aus entwickelten Märkten zu betrachten.

  1. Der Markt dürfte von weiteren Mittelzuflüssen nach Aufnahme in den Index profitieren.

Im März 2018 kündigte Bloomberg an, dass auf Renminbi lautende Wertpapiere von Regierungen und Staatsbanken ab April 2019 in den Global Aggregate Index von Bloomberg Barclays aufgenommen werden. Das ist zwar an Bedingungen geknüpft, die Aufnahme führt jedoch dazu, dass auf Renminbi lautende chinesische Anleihen nach dem US-Dollar, dem Euro und dem japanischen Yen die viertgrößte Währung im Index sein werden. Nach jetzigem Kenntnisstand wird China 5,5 Prozent des Gesamtindex ausmachen.

Gleichzeitig würde der chinesische Anleihemarkt, wenn er in den FTSE (früher Citi) World Government Bond Index mit einer ähnlichen Gewichtung oder auch in die JPM Emerging Markets Government Bond Indizes aufgenommen werden würde, von weiteren Zuflüssen profitieren. Würde man nur diese drei Indexfamilien als Investor nachbilden, flössen nach und nach rund 300 Milliarden US-Dollar in chinesische Anleihen. Auch wenn dies kein unerhebliches Volumen ist, würde dies lediglich einen Bruchteil des chinesischen Onshore-Bondmarktes mit insgesamt 11 Billionen US-Dollar ausmachen und leicht absorbiert werden.