Senioren & Kinder: Versicherungen für die Schutzlosen

Klettern und herumtoben gehört zum Alltagsprogramm von <br> Kindern. Das birgt auch Gefahren. Mit einer Unfall- oder <br> Invaliditätsversicherung für Kinder gehen Eltern finanziell auf <br> Nummer sicher. <br> Foto: Rolf van Melis, Pixelio

Klettern und herumtoben gehört zum Alltagsprogramm von
Kindern. Das birgt auch Gefahren. Mit einer Unfall- oder
Invaliditätsversicherung für Kinder gehen Eltern finanziell auf
Nummer sicher.
Foto: Rolf van Melis, Pixelio

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Max ist erst drei Jahre alt, als er an Leukämie erkrankt. Bei der Chemotherapie im Krankenhaus ist seine Mutter immer zur Stelle. Da sie eigentlich berufstätig ist, bleibt ihr nichts anderes übrig, als unbezahlten Urlaub zu nehmen. Für ihre anderen Kinder muss sie eine Betreuerin einstellen.

Auch die Eltern von Anna haben Sorgen. Die Sechsjährige wurde von einer Zecke gebissen. Diagnose: Hirnhautentzündung und eine schwere Lähmung, die nicht zu behandeln ist. Annas Eltern müssen die Wohnung rollstuhlgerecht umbauen lassen.

Wenn kleine Kinder wegen eines Unfalls oder einer Krankheit vorübergehend oder dauerhaft beeinträchtigt sind, kostet das die Eltern nicht nur Nerven. Der behindertengerechte Umbau des Hauses, teure Therapien, Pflege- oder Putzhilfen – das alles kostet Geld. Sehr viel Geld.

In diesen Fällen können Unfall- und Invaliditätsversicherungen für Kinder eine Lösung sein. Eine entsprechende Unfall- Police leistet allerdings – der Name sagt es bereits – nur, wenn das versicherte Kind wegen eines Unfalls behindert ist. Das kommt aber selten vor.

Nur rund 2 Prozent der 7,1 Millionen behinderten Menschen in Deutschland sind Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, berichtet das Statistische Bundesamt. Und in gerade einmal 0,45 Prozent der Fälle war ein Unfall schuld an der Invalidität. Mit knapp 58 Prozent geht der Großteil der Behinderungen auf Krankheiten zurück.

Auch Krankheiten sind abgedeckt

Eine Kinder-Invaliditätsversicherung, die die Folgen von Unfällen und Krankheiten absichert, ist deshalb für Eltern die bessere Wahl. Allerdings sind diese Policen auch deutlich teurer. Kostet eine Unfallversicherung für Kinder im Monat etwa 7 Euro, so werden bei der Invaliditätsversicherung monatlich bereits um die 20 Euro fällig.

Grundsätzlich gilt bei diesen Policen: Je früher die Kinder versichert werden können, desto besser. Bei den meisten Versicherungen liegt das Mindestalter bei sechs Monaten. Hervor tut sich hier die Barmenia, die Kinder schon ab der sechsten Lebenswoche versichert (siehe Produktkasten).

Sicherlich die wichtigste Frage bei diesen Produkten ist, wann sie leisten. Das handhaben die Versicherungen recht unterschiedlich. Als Standard hat sich bei der Invalidität ein Behinderungsgrad von 50 Prozent eingependelt – eine hohe Schwelle und auch der Grund, warum Verbraucherschützer wie der Bund der Versicherten die Produkte kritisch sehen.

Laut Gliedertaxe der Versicherungswirtschaft ist ein Invaliditätsgrad von 50 Prozent erreicht, wenn ein Kind ein Auge oder eine Hand verliert.

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Einige Versicherer haben das Leistungsspektrum erweitert. Bei der Versicherung der funktionalen Invalidität Vital Junior der VPV ist die lebenslange Rente für das Kind auch dann fällig, wenn es einen schweren Herz-, Lungen- oder Nierenschaden davongetragen hat. „Die Police springt auch ein, wenn das Kind beispielsweise nicht mehr hören, sehen oder sprechen kann, pflegebedürftig ist oder Krebs hat“, sagt VPV-Makler-AG-Chef Peter Schmidt (siehe Produktkasten).