Serie: Passiv und aktiv unter einem Dach „Hi, Franklin Templeton, wann sollen Anleger Ihre ETFs nutzen?“

Peter Stowasser leitet den Vertrieb an Privatkunden in Deutschland bei Franklin Templeton. | © Franklin Templeton

Peter Stowasser leitet den Vertrieb an Privatkunden in Deutschland bei Franklin Templeton. Foto: Franklin Templeton

ETFs und klassische Fonds unter einem Dach? Das geht, und wie. Wir haben die zweigleisig fahrenden Fondsgesellschaften um Stellungnahme gebeten, wann denn Anleger bitteschön in welches Regal bei ihnen greifen sollen.

Hier geht es um Franklin Templeton, das aktive Fonds managt und mit der Franklin-LibertyQ-ETF-Plattform kürzlich in den deutschen Markt eingestiegen ist. Die Antworten gibt Peter Stowasser, der den Vertrieb an Privatkunden in Deutschland leitet.

DAS INVESTMENT: In welchen Situationen sollte ein Anleger Ihre Indexfonds nutzen und wann aktiv gemanagte Fonds?

Unsere vier Smart Beta ETFs sind Long-only-Produkte. Sie eignen sich für alle Anleger, die langfristigen Vermögensaufbau betreiben wollen.

Durch die starke Diversifizierung werden sie gerade in Bullenmärkten immer mal wieder hinter den Märkten zurückbleiben, da man nicht jede Rally voll mitnimmt. Dafür sollten sie in Korrekturphasen ihre Stärke ausspielen und so für mehr Ruhe im Depot sorgen als rein marktkapitalisierte ETFs. Eine solche Phase haben wir zwar schon länger nicht mehr gesehen. Aber sie wird mit Sicherheit wieder kommen, und dann sollen unsere Smart-Beta-ETFs wie ein Dämpfer im Portfolio wirken.

Warum bietet Ihr Haus für dieselben Märkte ETFs und aktive Fonds gleichermaßen an?

Die Franklin-LibertyQ-ETF-Plattform soll unsere bestehende aktiv verwaltete Produktreihe ergänzen. Wir haben die Nachfrage nach ETF-Produkten durch verschiedene Kundengruppen (institutionelle Investoren, Privatanleger und besonders Honorarberater) erfahren. Die ETFs sollen unseren Kunden ein breites Spektrum an Investmentlösungen und Instrumenten bieten, mit denen sie ihre Anlageportfolios aufbauen können. Dies ist eigentlich der Ursprung des Namens „Liberty“ – freie Wahl für unsere Anleger. Wir möchten ihnen eine Vielfalt an Anlagemöglichkeiten zur Verfügung stellen.

Wonach sollte der Anleger in dieser Zwickmühle seine Entscheidung richten?

Traditionelle aktive Verwaltung wird es auch noch in einigen Jahrzehnten geben, zum Beispiel wenn es um Multi-Asset-Lösungen geht, die sehr konkrete Anlageergebnisse als Ziel haben. Im Hinblick auf die Zukunft der ETF-Branche bin ich der Ansicht, dass sich der europäische ETF-Markt noch in der Frühphase befindet. Und innerhalb dieser Wachstums-Story sehen wir, dass Smart Beta, also der semi-passive Bereich, ein noch viel höheres Wachstumspotenzial hat, weshalb Franklin Templeton nun in diesem Bereich aktiv wird.

Ich denke, das Grundprinzip von passiven ETFs wird auch schon von Privatanlegern gut verstanden. Bei Smart Beta ist das anders. Hier ist intensive Aufklärung nötig, damit mehr Anleger die Vorteile von nicht kapitalgewichteten ETFs verstehen.

Finden Sie die Entweder-Oder-Diskussion eigentlich sinnvoll?

Unserer Meinung nach sollte die Diskussion nicht darüber geführt werden, ob aktiv oder passiv verwaltet wird. Diese Strategien bestehen nebeneinander. Jede erfüllt eine andere Rolle in einem insgesamt diversifizierten Portfolio.

Wie geht es mit Ihrem ETF-Geschäft weiter?

Der Start der Smart-Beta-ETFs ist ein weiterer Meilenstein in 25 Jahren Franklin Templeton in Deutschland. Die vier Fonds sind kein kleiner Testballon, sondern Teil einer globalen Plattform, die in Zukunft noch weiter ausgerollt werden kann – je nachdem, wie sich die Kundenwünsche in Zukunft weiterentwickeln. Wir werden das Thema daher auch begleiten und Kunden und Vermittler aufklären.