Serie: Passiv und aktiv unter einem Dach „Huhu, Invesco, warum bieten Sie aktive und passive Fonds an?“

Neuer Chef von Invesco Powershares in Deutschland: Sascha Specketer | © Invesco

Neuer Chef von Invesco Powershares in Deutschland: Sascha Specketer Foto: Invesco

ETFs und klassische Fonds unter einem Dach? Das geht, und wie. Wir haben die zweigleisig fahrenden Fondsgesellschaften um Stellungnahme gebeten, wann denn Anleger bitteschön in welches Regal bei ihnen greifen sollen.

Heute geht es mit Invesco weiter. Die Antworten gibt Sascha Specketer, Leiter Powershares Deutschland, Österreich und Osteuropa

DAS INVESTMENT: In welchen Situationen sollte ein Anleger Indexfonds nutzen? Wann greifen sie besser zu aktiv gemanagten Fonds?

Indexfonds eignen sich sehr gut als Ergänzung zu einer ausgewogenen Portfoliostrategie. Darüber hinaus kann man ETFs gezielt für die taktische Allokation einsetzen, zum Beispiel mit Sektor-ETFs oder themenbezogenen Indexstrategien. Wer den Anspruch hat, den Markt zu schlagen beziehungsweise eine ganzheitliche Lösung in einem Fonds zu erwerben, sollte zu einem aktiv gemanagten Fonds mit einem erfahrenen Fondsmanager greifen, da dieser nicht nur steigende Märkte abbilden kann, sondern potenziell auch Risiken zu hoher Kursverluste absichern.

Warum bietet Ihr Haus für dieselben Märkte ETFs und aktive Fonds gleichermaßen an?

Wir versuchen, unsere Produktpalette von aktiv und passiv gemangten Fonds möglichst ergänzend auszurichten. So haben wir zum Beispiel sogar innerhalb der ETFs eine Einteilung in traditionelle marktbreite Produkte, aber auch sogenannte Smart-Beta-ETFs, die innerhalb eines bestimmten Index bestimmte Aktien nach verschiedenen Faktoren herausfiltern und in einen ETF packen. Diese Vielfalt aus aktiven und passiven Fonds ermöglicht es uns, noch besser auf die Bedürfnisse unserer Kunden einzugehen.

Worauf achten Sie, wenn Sie einen aktiv gemanagten Fonds auflegen?

Wertschöpfung – Kompetente aktive Investmentmanager können einen Mehrwert schaffen, indem sie auf der Grundlage ihrer Expertise Portfolios zusammenstellen, mit denen sie Marktineffizienzen ausschöpfen und langfristig reale Renditen erwirtschaften können.

Kompetenz – Kompetente Investmentmanager schaffen die Grundlagen für potenzielle Überrenditen, indem sie gekonnt so investieren, dass sie in Aufschwungphasen profitieren und Abschwungphasen möglichst gut überstehen. Dank des Zugriffs auf umfassende Research-Ressourcen können sie überbewertete Aktien meiden und unterbewertete Aktien identifizieren.

Herausforderung – Die eigentliche Herausforderung für Kunden betrifft die Auswahl kompetenter aktiver Fondsmanager. Unserer Ansicht nach zeichnen sich nur wirklich kompetente Investmentmanager durch den nötigen Überzeugungsgrad aus, um unabhängig von der Marktrichtung eine klar formulierte, bewährte und wiederholbare Anlagephilosophie zu verfolgen.

Was sind die wichtigsten Stärken und Schwächen von ETFs und aktiven Fonds?

ETFs sind vor allem kosteneffizient und sehr transparent in der Art und Weise, wie sie einzelne Märkte abbilden. Darüber hinaus sind sie über eine Vielzahl von Börsen liquide und kosteneffizient für alle Anleger zugänglich. Aktive Fonds hingegen haben das Potenzial, den Markt deutlich zu schlagen, sowie gewisse Marktanomalien wie auch schwer zugängliche Märkte besser abzubilden und Risiken zu steuern.

Finden Sie die Entweder-Oder-Diskussion eigentlich sinnvoll?

Sie spiegelt nicht die Realität der Kunden wider. Denn diese verlangen nicht nach dem einen oder anderen, sondern wollen, dass ihr Asset Manager ihnen ganzheitliche Lösungen aktiver, passiver und alternativer Investmentprodukte zeigen kann.

Abgesehen davon ist die „Aktiv versus Passiv“-Debatte ein Nebenkriegsschauplatz. Die wichtigste Entscheidung betrifft die Asset Allokation, und es wird zu wenig über die Risiken durch eine schlechte Portfoliokonstruktion gesprochen. So zeigen Untersuchungen, dass der Anlageertrag maßgeblich von der Vermögensaufteilung abhängt. Die Asset Allokation hat einen enormen Einfluss auf die Portfoliovolatilität und den Portfolioertrag. Unserer Ansicht nach sollten die Kunden diesem Aspekt viel mehr Beachtung schenken. Ohne eine stärkere Betonung der Asset Allokation riskieren vor allem Privatanleger Fehlentscheidungen mit potenziell negativen Auswirkungen auf ihren Anlageertrag.

Hier geht es zu Teil 1 der Serie mit UBS