Sicherheit vs. Garantie Mehr Leistung durch intelligente Altersvorsorge

Inspektion einer Flugzeugturbine: Auch die finanzielle Vorsorge mit Versicherungen braucht einen Rundum-Check. Foto: Sean Gallup / Getty Images

Inspektion einer Flugzeugturbine: Auch die finanzielle Vorsorge mit Versicherungen braucht einen Rundum-Check. Foto: Sean Gallup / Getty Images

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Vier Buchstaben stehen für eine große Umwälzung in der Versicherungsbranche: LVRG. Sie sind das Kürzel für das Reformgesetz für Lebensversicherungen (LVRG), das seit Januar in Kraft ist. Dies schreibt unter anderem vor: Für Neuverträge gilt nur noch ein Garantiezins von 1,25 Prozent (siehe Grafik). Mit dem Absenkungsschritt reagiert der Gesetzgeber auf das Marktumfeld, das für Kapitalanlagen wie etwa deutsche Staatsanleihen mittlerweile nur noch Minizinsen bereitstellt. Das hat Folgen auch für den Produktabsatz: Den Kunden waren Garantien traditionell wichtig – unterschreiten diese jedoch ein Mindestmaß, schwindet ein Top-Verkaufsargument dahin.

Altersvorsorge 2.0

Beliebt war der Garantiezins vor allem aus einem Grund: Er galt als Sicherheitsanker. Und bei der Sicherheit wollen die Deutschen nun mal keine Kompromisse machen. Laut einer aktuellen Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) setzen rund 60 Prozent auf sie als oberstes Ziel, wenn es ums Geld geht. „Es wird sich aber immer mehr durchsetzen, dass Sicherheit nicht gleichbedeutend mit Garantie ist“, sagt Claus Mischler, Leiter der Produktentwicklung beim britischen Lebensversicherer Standard Life.

Denn der Vorsorgemarkt befindet sich im Wandel: „Während im Niedrigzinsumfeld Garantien immer mehr an Bedeutung verlieren, wird die Renditeaussicht der Produkte und damit auch die Investmentkompetenz der Versicherer immer wichtiger“, so Mischler. „Es gibt bereits sehr gute Lösungen, die ohne kostspielige Garantien für Sicherheit sorgen. Moderne Anlagekonzepte ermöglichen es, dass das Risiko des Kunden in einem überschaubaren Rahmen gehalten wird und gleichzeitig eine ansprechende Rendite erwirtschaftet werden kann.“ So liege die Zukunft der Branche nicht mehr im Garantieren, sondern im intelligenten Investieren.

Bei Standard Life setzt man schon lange auf vermögensverwaltende Konzepte, die Fondspolicen mit flexiblen Multi-Asset-Lösungen absichern. Dieses Konzept verfolgt etwa der Fonds Global Absolute Return Strategies (GARS), der von der Konzerntochter Standard Life Investments verantwortet wird. Der Fonds verfolgt 25 bis 35 unterschiedliche, möglichst unkorrelierte Strategien aus verschiedenen Anlageklassen. Eine Strategie nutzt zum Beispiel Währungsschwankungen zwischen Euro und Dollar. Eine andere hat Potenzial, wenn sich etwa der Dax besser als der französische Aktienindex CAC entwickelt.

Kontinuierliche Erträge gesucht

Der GARS verfolgt das Ziel, über jeden beliebigen rollierenden Drei-Jahres-Zeitraum vor Kosten mindestens 5 Prozent pro Jahr über dem Geldmarktindex (6-Monats-Euribor) zu liegen. Durch die Vielzahl der Strategien können die Risiken breit gestreut und die Volatilität innerhalb bestimmter Grenzen gehalten werden. Seit Auflage im Juni 2006 konnte der GARS eine jährliche Bruttorendite von 7,9 Prozent bei einer vergleichsweise niedrigen Volatilität von 5,5 Prozent erreichen (Stand 31. Oktober 2014).