Silbervorkommen reichen bis 2028 „Physisches Silber ist aktuell eine der lukrativsten Anlagen“

Eine gläserne Türklinke wird mit einem Streifen Blattsilber überzogen. Silber ist zurzeit stark unterbewertet, schätzt DGfRP-Spezialist Peter Härtling. | © Getty Images

Eine gläserne Türklinke wird mit einem Streifen Blattsilber überzogen. Silber ist zurzeit stark unterbewertet, schätzt DGfRP-Spezialist Peter Härtling. Foto: Getty Images

Peter Härtling

Silber wird schon seit Jahrtausenden alsWerkstoff geschätzt: Es ist relativ weich, gut zu verarbeiten und leitet Wärme und Strom. Während Gold traditionell gehortet wird, kommt Silber großteils in der Industrie zum Einsatz. So wird Silber in der Elektro- und Solarbranche genutzt, in der Pharmaindustrie und Medizintechnik verbraucht sowie als Lötlegierung und chemischer Katalysator verwendet. In jedem Neufahrzeug, in allen Handys und Computerchips ist Silber verbaut.

Da Silber in der Natur etwa zehn- bis fünfzehnmal häufiger vorkommt als Gold, müssten allein aufgrund der Rohstoffvorkommen für eine Einheit Gold 15 Einheiten Silber bezahlt werden. Mittlerweile ist Gold aber deutlich teurer geworden und Silber stark unterbewertet. Die Gold-Silber-Ratio beträgt zurzeit daher etwa 80, 2011 war das Verhältnis Gold- zu Silberpreis bei circa 1:35.

Die Commerzbank rechnet für 2018 damit, dass mehr Silber nachgefragt werden wird als Gold und prognostiziert, dass eine Unze Silber in diesem Jahr durchschnittlich 17,25 US-Dollar kosten wird. Aktuell liegt der Preis für eine Unze Silber bei 16,40 US-Dollar (Stand 5. Juni 2018). Für die kommenden Jahre erwarten Experten eine Vervielfachung des Silberpreises.

"Eine der derzeit lukrativsten Investitionsformen"

Die Gründe dafür: Aktuell liegt der stark schwankende Silberpreis aufgrund weltweiter Spekulationen mit Zertifikaten, die ein Vielfaches der tatsächlichen Silberproduktion ausmachen, sehr weit unter dem Preisniveau von 50 Dollar pro Unze von vor rund 35 Jahren und das trotz des massiv gestiegenen Verbrauchs. Ein Recycling im großen Stil lohnt bei diesen Preisen kaum. Dabei muss man wissen, dass die weltweit bekannten Silbervorkommen nur noch etwa bis 2028 reichen werden. Danach wird es durch die Verknappung für die Industrie wohl sehr teuer, Silber zu verwenden, doch Alternativen sind bei der Vielfalt von Nutzungen und Weltpatenten nicht in Sicht.

Dies macht physisches Silber zu einer der derzeit wahrscheinlich lukrativsten Investitionsformen und zu einer interessanten Beimischung für die persönliche Ruhestandsplanung. Denn steigt der Silber-Preis wie erwartet wieder an und verringert sich damit das Verhältnis von Gold zu Silber, kann dann für das so günstig erworbene Silber mehr Gold gekauft werden.