Small-Cap-Investments Klare Value-Orientierung mit viel Raum für Fantasie

Montagelinie bei einem Zulieferer für einen deutschen Autohersteller in Mexiko: Kleine und mittelgroße Unternehmen auf dem mexikanischen Aktienmarkt eröffnen Opportunitäten. | © Getty Images

Montagelinie bei einem Zulieferer für einen deutschen Autohersteller in Mexiko: Kleine und mittelgroße Unternehmen auf dem mexikanischen Aktienmarkt eröffnen Opportunitäten. Foto: Getty Images

Die Anlageklasse der Small Caps wird oft falsch eingeschätzt. Wichtige Stärken bleiben häufig unberücksichtigt – ein aktiver Manager kann jedoch durchaus profitieren. Wir sind der Ansicht, dass ausgewählte Small Caps aus Schwellenländern gute Chancen für aktive Manager bieten. Eine große Anzahl fehlbewerteter Wertpapiere, Marktineffizienzen und der Mangel an Research bieten erhebliche Investmentchancen.

In diesem Beitrag berichte ich zusammen mit meinen Kollegen Stephen Dover, Chief Investment Officer der Templeton Emerging Markets Group, und Chetan Sehgal, Director of Global Emerging Markets/Small-Cap Strategies, über Anlagechancen im Small-Cap-Segment.

Seit Jahresbeginn entwickeln sich Small Caps aus Schwellenländern (EM-Small-Caps) sehr dynamisch. Viele der Länder und Branchen innerhalb der Anlageklasse weisen Zugewinne auf. Das Vertrauen in die Marktbedingungen, das wirtschaftliche Umfeld und die Unternehmensgewinne haben sich in den Schwellenländern verbessert. Diese Zuversicht zeigt sich trotz einiger Herausforderungen: Sei es die zukünftige Geldpolitik der US-Notenbank, die Unsicherheit hinsichtlich der Trump-Regierung oder weltweite geopolitische Probleme.

Small Caps sind keine Nischen-Anlageklasse

Entgegen der landläufigen Auffassung sind Small-Caps aus Schwellenländern weit davon entfernt, ein Nischenprodukt zu sein. Die Anlageklasse repräsentiert mehr als 20.000 Unternehmen mit einem Börsenwert von insgesamt über 5 Billionen US-Dollar (4,2 Billionen Euro) und einem Tagesumsatz von mehr als 40 Milliarden US-Dollar (34 Milliarden Euro). Die Liquidität am Markt für EM-Small-Caps ist mit derjenigen bei EM-Large-Caps vergleichbar.

Dementsprechend halten wir allein die Größe des Anlageuniversums der Small Caps aus Schwellenländern für einen der Hauptvorteile für aktive Manager: Es bieten sich reichlich Gelegenheiten, um Unternehmen mit Wertpotenzial zu entdecken.

Ein überproportionaler Anteil von EM-Small-Caps wird von Privatanlegern gehalten. Privatanleger handeln in der Regel häufiger als institutionelle Anleger, da der Anlagezeitraum der ersteren Gruppe meist weit kürzer ist, was einen Liquiditätsschub zur Folge hat. Ein gutes Beispiel hierfür ist Indien, wo Anleger aus einer riesigen Anzahl kleinerer Unternehmen auswählen können und sich diese Titel häufig im Besitz lokaler Anleger befinden.

Ein großer Unterschied zwischen Small Caps aus Industrieländern und ihren Pendants aus Schwellenländern besteht darin, dass EM-Small-Caps an vielen Märkten häufig immer noch im Wesentlichen auf die regionale Wirtschaft ausgerichtet sind. Ein Beispiel: In einem bestimmten Land, Index oder Sektor könnte ein führendes Unternehmen eine Marktkapitalisierung in der Größenordnung von sage und schreibe 2 Milliarden US-Dollar (1,7 Milliarden Euro) haben, vielleicht ein etabliertes Unternehmen mit langer Erfolgsgeschichte. Viele dieser Unternehmen sind im Familienbesitz oder werden von Familien beherrscht. Viele weisen im Vergleich zu Small Caps aus Industrieländern stabile Profile auf.