„Smart Grids gehört die Zukunft“

Jens Pardeike, Vorstand von Infinus

Jens Pardeike, Vorstand von Infinus

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DAS INVESTMENT: Der Infinus eco- Consort Fund verfolgt ein Fondspicking- Konzept. Welche Voraussetzungen muss ein Zielfonds dabei erfüllen?

Jens Pardeike:
Sämtliche Investitionen werden nach klaren Nachhaltigkeitskriterien ausgesucht. Wir legen hier soziale, ökologische und ethische Aspekte zugrunde. Die Zielfonds, in die wir investieren, haben in dieser Hinsicht eindeutige Vorgaben für die Selektion von Einzelwerten. Dabei kommen neben Best-in-Class-Ansätzen auch themenorientierte Ansätze wie Neue Energien zum Einsatz.

Was sind No-Gos?

Pardeike:
Es ist selbstverständlich, dass bestimmte Bereiche ausgeschlossen sind. Hierzu gehören zum Beispiel Rüstung oder Kernenergie.

Welche Expertise hat das Fondsmanagement?

Pardeike:
Die Manager der Zielfonds haben eine langjährige Expertise im Bereich Nachhaltigkeit und gehören dort weltweit zu den führenden Asset Managern. Die Catus AG als Fondsmanager des Infinus ecoConsort Fund setzt den Nachhaltigkeitsgedanken seit Jahren auch in ihren konventionellen Depots um und gehört zu den ersten Vermögensverwaltern in Deutschland, die ein reines, nach nachhaltigen Kriterien gemanagtes Vermögensverwaltungsdepot anbieten.

Wie sichern Sie Marktschwankungen ab?

Pardeike:
Die Infinus Fonds verfolgen einen vermögensverwaltenden Ansatz, bei dem stabile Renditen im Vordergrund stehen und Marktschwankungen gezielt geglättet werden. So werden etwa die Aktienbestände mit Futures auf Aktien-Indizes bei sogenannten „Schwarzen Schwänen“ aktiv abgesichert. Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit sind die massiven Markteinbrüche beim Fukushima- Unglück im Frühjahr 2011 und die Rating-Abstufung der USA im Sommer vergangenen Jahres.

Welche Projekte stehen aktuell im Blickpunkt des Fonds?

Pardeike:
Das Fondsmanagement ist derzeit dabei, den Anteil bei Zielfonds zu erhöhen, die intelligente Stromnetze (Smart Grids) als einen zentralen Anlageschwerpunkt haben, da dieser Bereich vor hohen Investitionen weltweit steht.

Sehen Sie darin einen Trend für die nächsten Jahre?

Pardeike:
Die großen Energieversorgungsunternehmen widmen sich immer mehr dem Thema Erneuerbare Energien. Die Konkurrenzfähigkeit der Erneuerbaren nimmt sowohl in südlichen europäischen Ländern wie Italien als auch in einzelnen Bundesstaaten der USA wie Kalifornien zu. Eine Netzparität wird somit in immer mehr Regionen erreicht. In diesem Zusammenhang fallen hohe Investitionen in Strominfrastruktur und Energiespeicherung an. Allein in den USA muss über eine Billion US-Dollar in die Energie-Infrastruktur investiert werden – davon entfallen rund 65 Prozent auf den Austausch der veralteten Infrastruktur.

Wo sehen Sie die Gefahren für den Anleger?

Pardeike:
Die Gefahren für den Anleger liegen darin, dass die Volatilitäten von Aktieninvestments auch im Nachhaltigkeitssektor weiterhin gegeben sind. Somit kann es passieren, dass die Anleger, die in diesem Sektor grundsätzlich zu investieren bereit sind, dies nicht tun, weil ihnen das Risiko der Wertschwankungen zu hoch ist. Sie sind dann beim nächsten Aufschwung nicht oder wie häufig in der Vergangenheit viel zu spät dabei. Die Lösung ist ein aktives Management der vorhandenen Risiken, das über einen vermögensverwaltenden Nachhaltigkeitsfonds realisiert werden kann.