„So viel wie ein Blauwal wiegt“ Warum Anleger weiterhin 5 Prozent in Gold halten sollten

Ließ nicht zuletzt durch seinen Zoff mit Nordkorea-Dikator Kim Jong-un den Goldpreis steigen: US-Präsident Donald Trump (Mitte), hier mit Ehefrau Melania im Gespräch mit einem Mitarbeiter des U.S. Secret Service James J. Rowley Training Center | © Getty Images

Ließ nicht zuletzt durch seinen Zoff mit Nordkorea-Dikator Kim Jong-un den Goldpreis steigen: US-Präsident Donald Trump (Mitte), hier mit Ehefrau Melania im Gespräch mit einem Mitarbeiter des U.S. Secret Service James J. Rowley Training Center Foto: Getty Images

Es ist mittlerweile schon vier Jahre her, dass die ungebremste Nachfrage nach Gold den Preis für das gelbe Edelmetall bis auf fast 2.000 US-Dollar pro Unze trieb. Nach der Ernüchterung und einem Kursrückgang bis auf 1.000 US-Dollar etablierte sich inzwischen eine Stabilisierung und die Preise sind wieder deutlich angestiegen.

Thomas Buckard, Vorstand, Michael Pintarelli Finanzdienstleistungen in Wuppertal.

Preistreiber ist vor allem die unsichere weltpolitische Nachrichtenlage (Stichworte Brexit, Trump, Nordkorea), aber auch die anhaltende Nachfrage nach dem als sicher geltenden Rohstoff. Allein in Deutschland kauften Anleger im letzten Jahr für mehr als 7 Milliarden Euro Gold in Fonds und noch einmal über 10 Milliarden Euro in klassischen Anlageformen wie Münzen und Barren. Damit wurde ein historisches Rekordvolumen von mehr als 200 Tonnen erreicht – so viel wie ein größerer Blauwal wiegt.

Viele Investoren setzen hier nicht nur auf einen langfristigen Wertzuwachs, sondern sind vor allem durch die Angst vor den geldpolitischen Exzessen (Immobilienpreisblase, Unsicherheit im Hinblick auf Inflation und Euro-Entwicklung, Aktienhausse im fortgeschrittenen Stadium) getrieben.

Nachdem nun der US-Dollar deutlich korrigiert hat und das Gold im Gegenzug seit Jahresanfang in US-Dollar um mehr als 10 Prozent zugelegt hat, stellt sich zunehmend die Frage: Wie geht es weiter mit dem glänzenden Metall? Dabei ist die moderate Aufwärtsbewegung des Goldes in den letzten Monaten deutlich gesünder als der rasante, spekulativ getriebene Anstieg vor vier Jahren. Das Korrekturpotenzial dürfte begrenzt und ein weiterer Wertzuwachs möglich sein.

Glänzt Gold also doch in unsicheren Zeiten? Das Misstrauen in die Politik der Notenbanken und die Skepsis hinsichtlich der amtlichen Inflationsstatistik begründen den Vertrauensverlust vieler Anleger in Papierwährungen. Der Hype um Kryptowährungen wie Bitcoin und Co. steht hierfür als Synonym.

Dass auf vorstellbare Zeit der Nachteil des Goldes – die fehlende Verzinsung – wirklich ins Gewicht fällt, ist dagegen sehr unwahrscheinlich. Denn die Geldpolitik der Notenbanken wird auf absehbare Zeit nicht zu deutlich höhen Zinssätzen führen, sondern weiterhin eher expansiv wirken. Schließlich ist der Konjunkturaufschwung bereits in einem sehr reifen Stadium. Viele Fachleute fürchten sich darum vor einer neuen rezessiven Wirtschaftsentwicklung.

Was das für die Geldpolitik bedeuten würde, lässt sich nur erahnen. Eines jedoch ist sicher: Die Besitzer von Gold können relativ gelassen bleiben. Deshalb bleibt ein Depotanteil von um die 5 Prozent weiterhin für den sicherheitsbewussten, langfristig orientierten Anleger eine im wahrsten Sinne des Wortes glänzende Beimischung.