Expertenrunde „Wir haben die Antwort auf den Niedrigzins“

Teilnehmer vor der Frankfurter Skyline (von links): Marcus Stahlhacke, Allianz Global Investors; Fabien Ize, Franklin Templeton; Andrea Baron, MFS IM; Alexander Heidenfelder, Aberdeen Standard Investments. | © Andreas Mann

Teilnehmer vor der Frankfurter Skyline (von links): Marcus Stahlhacke, Allianz Global Investors; Fabien Ize, Franklin Templeton; Andrea Baron, MFS IM; Alexander Heidenfelder, Aberdeen Standard Investments. Foto: Andreas Mann

DAS INVESTMENT: Wo sehen Sie derzeit Ihre größten Herausforderungen?

Alexander Heidenfelder: Im Januar 2018 tritt die Finanzmarktrichtlinie Mifid II in Kraft. Dann muss der Fondsberater nachweisen, dass ein Produkt zum speziellen Kundenprofil passt. Je konkreter dann die Anlageziele eines Fonds sind, umso besser. Ist das Ziel des Kunden etwa Kapitalwachstum oder ein regelmäßiges Einkommen? Hierfür muss eine Multi-Asset-Lösung das klar definierte Profil mitbringen.

Fabien Ize: Schauen wir auf die Märkte, ist die politische Großwetterlage ein Unsicherheitsfaktor. Des Weiteren sind die Bewertungen für Anleihen und Aktien bereits hoch. Als Multi-Asset-Anbieter sind wir in der komfortablen Lage, mehrere Asset-Klassen nutzen zu können. So versuchen wir, unsere Portfolios so zu diversifizieren, dass wir nicht nur von einem Entwicklungsszenario abhängig sind.

Marcus Stahlhacke: Die Bewertungen sind bereits hoch, da stimme ich zu. Das gilt vor allem auf der Rentenseite, rund 40 Prozent der Euroland-Staatsanleihen sind nominal negativ. Aber wir sind weiterhin positiv gestimmt, was Aktien angeht, vor allem europäische. Denn die Konjunktur in Europa zieht weiter an, unterstützt durch die nach wie vor expansive Geldpolitik. Hier erwarten wir auch in den kommenden sechs Monaten keine wirkliche Wende.

Andrea Baron: Eine Herausforderung für uns alle ist, dass wir es bei vielen Kunden heute mit unrealistischen Renditeerwartungen zu tun haben. Wir haben basierend auf US-Daten analysiert: Um eine stetige Rendite von 7,5 Prozent zu erzielen, konnte vor 20 Jahren das Portfolio zu drei Vierteln aus Staatsanleihen und zu einem Viertel aus Cash bestehen, die Volatilität war 6 Prozent. Zehn Jahre später lag mit diesem Ansatz die Volatilität bei 9 Prozent aufgrund einer Beimischung von riskanteren Anlageklassen. Nochmals zehn Jahre später, vor zwei Jahren, musste dann das Portfolio komplett anders aussehen sowie teils aus illiquiden Asset-Klassen bestehen, und die Volatilität lag bei 18 Prozent.