Renten-ETFs Anleihen im Huckepack

Tandemsprung: Anleihe-Investoren können mittlerweile aus einer Vielzahl von ETFs wählen.

Tandemsprung: Anleihe-Investoren können mittlerweile aus einer Vielzahl von ETFs wählen.

Bis vor kurzem haben ETF-Aktienprodukte Renten-ETFs klar in den Schatten gestellt. Einer dieses Jahr veröffentlichten EDHEC-Studie zufolge investierte 2006 nur jeder zehnte institutionelle Anleger in Bond-ETFs, Aktien-ETFs wurden dagegen von 45 Prozent genutzt. Zehn Jahre später erfreuen sich Aktien-ETFs weiterhin größerer Beliebtheit als Renten-ETFs. Während 91 Prozent der institutionellen Anleger in Aktien-ETFs investieren, hat die Nutzung von Bond-ETFs aber auf 65 Prozent nachgezogen.

Auf den ersten Blick mag der langsamere Einstieg in Renten-ETFs überraschen, da die strukturellen Vorteile für Investoren bei Anleihen stärker zum Tragen kommen als bei Aktien. Während sich Aktienstrategien einfach über die Börse umsetzen lassen, ist dies für Anleihen, die meist OTC (over the counter) gehandelt werden, schwieriger. Renten-ETFs bieten Investoren jedoch eine Möglichkeit, diese Hürde zu überwinden und einen Anleihekorb genau so einfach wie eine Aktie zu kaufen.

Und heute ebnen ETF-Anbieter Anlegern auch den Zugang zu den Segmenten des Anleihemarkts, der für kleinere Investoren zu komplex und zu teuer war. „Dazu zählen Strategien, die sehr umfangreiche Global-Aggregate-Indizes abbilden, sodass sie sogar für größere Investoren schwierig zu replizieren sind“, sagt Hermann Pfeifer, der in Deutschland das ETF-Geschäft von Amundi leitet.

„Ein Beispiel dafür ist der Bloomberg Barclays Global Aggregate Index, mit dem Anleger an der Wertentwicklung des weltweiten Markts für handelbare Anleihen mit einem Investment Grade Rating teilhaben können“, unterstreicht Pfeifer.