Sorgen um steigende Mietpreise Internationaler Währungsfonds befürchtet Immobilienblase in Deutschland

Neubauten in der Hamburger Hafencity. Vor allem in beliebten deutschen Metropolen steigen die Immobilienpreise aktuell sehr schnell an, warnt der IWF | © Getty Images

Neubauten in der Hamburger Hafencity. Vor allem in beliebten deutschen Metropolen steigen die Immobilienpreise aktuell sehr schnell an, warnt der IWF Foto: Getty Images

Tut sich da eine Blase auf? Angesichts immer schneller steigender Immobilienpreise raten Experten des Internationalen Währungsfonds IWF in einer aktuellen Empfehlung, dass die deutschen Behörden den heimischen Hypothekenmarkt engmaschig überwachen sollten.  Zwar sprengten die Immobilienpreise in Deutschland insgesamt noch nicht den von den Fundamentaldaten vorgezeichneten Rahmen. Trotzdem bildeten sich bereits einige „Hot spots“ heraus, an denen die Preise besonders rasant und damit in bedenklicher Weise steigen, warnen die Währungs-Experten.          

Um Angebot und Nachfrage auszutarieren und Wohnraum bezahlbar zu halten, hat die Bundesregierung bereits Maßnahmen ergriffen: So seien bundeseigene Flächen und Immobilien unter Marktpreis verkauft worden, um Wohnungsbauprojekte zu finanzieren. DIe Regierung habe mehr Mittel für den sozialen Wohnungsbau bereitgestellt. Kommunen sollten jetzt dazu ermuntert werden, lockerer bei der Zuweisung von Flächen als Bauland zu verfahren. Außerdem sollten sie zulassen, dass auch höher gebaut werden dürfe. Auf diese Weise könne das Angebot an bezahlbarem Wohnraum kurzfristig ausgedehnt werden – ein guter Schutz gegen eine mögliche Blase am Immobilienmarkt.

Auch bei der Kreditvergabe solle man sorgfältig vorgehen, mahnt der Bericht. Zwar seien mit der Wohnimmobilienkreditrichtlinie Maßstäbe für das Verhältnis zwischen Darlehenshöhe und Wert einer Immobilie sowie bestimmte Rückzahlungsanforderungen gesetzlich verfügt worden. An anderer Stelle lässt der Gesetzgeber jedoch Lücken: Kreditnehmern wird noch zu wenig verbindlich auf die Finger geschaut – etwa beim Verhältnis zwischen der Schuldenhöhe und der Einnahmenseite. Zudem solle die Finanzaufsicht auf Verlangen Zugriff auf Daten zum deutschen Hypothekenkreditmarkt erhalten, raten die Autoren des Berichts.