Sparkassen-Direktor greift F.A.Z.-Kolumnist an „Bausparverträge sind keine Bedrohung“

Verbandsdirektor der Landesbausparkassen Axel Guthmann (li.) und F.A.Z.-Kolumnist Volker Looman: Sind Bausparverträge

Verbandsdirektor der Landesbausparkassen Axel Guthmann (li.) und F.A.Z.-Kolumnist Volker Looman: Sind Bausparverträge "grober Unfug" oder ein Garant für langfristige Zinssicherheit? Foto: LBS, Axel Springer

Viele Banken bieten ihren Kunden ein Festdarlehen nur in Kombination mit einem Bausparvertrag an. Diese Kombination mache aber meist keinen Sinn, erklärte Finanzexperte Volker Looman am Dienstag in seiner Kolumne bei der F.A.Z. Seine Aussage untermauerte der Kolumnist mit einem Praxisbeispiel: Ein Zahnarzt, der durch diese Art der Finanzierung 86.000 Euro verloren haben soll.

Axel Guthmann, Verbandsdirektor der Landesbausparkassen kann das nicht nachvollziehen. Der Inhalt des Beitrags sei „befremdlich“, schreibt er in seinem Blog. Und zwar aus zwei Gründen.

Zum Einen äußert Guthmann Zweifel an den Annahmen der Alternativrechnung. Er glaubt nicht, „dass der Zahnarzt vor fünf Jahren ein Volltilgerdarlehen über 15 Jahre zum gleichen günstigen Zinssatz von 2,5 Prozent bekommen hätte wie das seinerzeitige Vorausdarlehen, das nur circa 8 Jahre gebraucht wird, nämlich bis zur Ablösung durch das Bauspardarlehen“.

Zahnarzt-Beispiel realitätsfern

Zum Anderen sei das Zahnarzt-Beispiel realitätsfern. Denn die allermeisten der 25 Millionen deutschen Bausparer würden weder Mehrfamilienhäuser für 1,5 Millionen Euro kaufen, noch könnten sie ihren Kredit innerhalb von 15 Jahren vollständig zurückzuzahlen. Vielmehr seien viele auf Zinssicherheit für deutlich längere Zeiträume angewiesen. Und dafür sei der Bausparvertrag in Kombination mit einem Vorausdarlehen das ideale Produkt, gerade in der jetzigen Niedrigzinssituation.

Guthmanns Fazit: „Bausparverträge sind keine Bedrohung, sondern bieten Bauherren und Käufern die Chance, sich das historisch außergewöhnlich niedrige Kapitalmarktzinsniveau über lange Zeiträume zu sichern.“