Sparkassen-Studie Große Lücken in der Altersvorsorge

Sparkassen-Filiale in Berlin: Der Sparkassen- und Giroverband hat eine Studie zum Sparverhalten der Deutschen veröffentlicht, Foto: Getty Images

Sparkassen-Filiale in Berlin: Der Sparkassen- und Giroverband hat eine Studie zum Sparverhalten der Deutschen veröffentlicht, Foto: Getty Images

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Der Sparkassenverband hat die finanzielle Situation, das Sparverhalten und die Einstellung zum Thema Finanzen in Deutschland untersucht. Die Studien-Ergebnisse sind jetzt unter dem Titel „Vermögensbarometer 2015 - Die Deutschen und ihr Geld“ erschienen.

Demnach zeigt sich über die Hälfte der Bundesbürger zufrieden mit ihrer finanziellen Situation. Die Zahl der Zufriedenen ist in den letzten Jahren angestiegen. 2006 zeigten sich noch 43 Prozent der damals Befragten mit ihren Finanzen zufrieden, 2015 waren es schon 56 Prozent. Entsprechend hat sich die Zahl derjenigen verringert, die ihre finanzielle Situation als eher schlecht einordnen – von 18 Prozent 2006 auf 9 Prozent 2015.

Unter Niedrigzins-Bedingungen

Niedrige Zinsen laden nicht zum Sparen ein. Entsprechend könnte man vermuten, dass während des gegenwärtigen Zinstiefstands die Menschen ihr Geld lieber ausgeben als zurücklegen. Das Gegenteil ist der Fall, hat die Sparkassen-Studie herausgefunden: 20 Prozent, das sind dreimal so viele Menschen wie noch vor einem Jahr, gaben an, sich in den letzten zwölf Monaten in ihren Ausgaben eingeschränkt zu haben. Drei Viertel haben ihr Konsumverhalten nicht geändert. Vor allem ältere Menschen, weist die Studie nach, halten sich beim Geldausgeben zurück.
Und auch in naher Zukunft möchte das Gros der Deutschen sparsam leben. Nur 7 Prozent wollen ihre Konsumausgaben im nächsten Jahr ausweiten. 19 Prozent möchten sich dagegen noch weiter einschränken.

Viele möchten sparen – aber wohin mit dem Geld?

Sparsamkeit und Vorsicht bei der Geldanlage zeichnen als schon sprichwörtliche deutsche Tugenden die Menschen auch im Jahr 2015 aus. Dementsprechend benannten die Studienteilnehmer ihre Ziele beim Vermögensaufbau: Wichtigstes Kriterium ist Sicherheit. 50 Prozent gaben an, hier ihren Fokus beim Investieren zu legen. Auf Platz 2 und 3 landeten Flexibilität und Verfügbarkeit des Geldes. Eine hohe Rendite war dagegen nur jedem Vierten (27 Prozent) wichtig.    

Unter den gegenwärtigen Zinsbedingungen empfehlen Finanzexperten in der Regel eine Investition in Aktien als Langfristanlage. Gemäß der Sparkassen-Studie ist die Akzeptanz gegenüber diese Form der Geldanlage im letzten Jahr angestiegen: Mehr als jeder dritte Bundesbürger hält Aktien für eine geeignete Investition zum Vermögensaufbau. Im Vorjahr waren es lediglich 9 Prozent. Dass das Sparbuch dazu weniger geeignet ist, findet fast die Hälfte der Befragten (49 Prozent). Jedoch gaben nur 6 Prozent der Befragten an, sich auch aktiv mit dem Thema Wertpapiere zu befassen und ihre Geldanlage in Eigenregie zu verändern.

Altersvorsorge – ein wunder Punkt

Viele Menschen betreiben keine regelmäßig Vorsorge für ihr Leben im Alter. Die Zahl der Vorsorge-Muffel ist gegenüber dem Vorjahr noch angestiegen, hat die Sparkassen-Studie ermittelt. Ganze 40 Prozent der Deutschen sorgen finanziell nicht fürs Alter vor. Besonders eklatante Lücken offenbaren sich bei Geringverdienern. Befragt nach den Gründen fühlt sich ein knappes Drittel zu jung oder hat kein eigenes Einkommen, hält das eigene Einkommen für zu niedrig, um noch etwas zur Seite zu legen, oder hat sich über das Thema noch gar keine Gedanken gemacht. Angesichts dieser Ergebnisse warnt die Sparkassen-Studie vor einem „Vorsorgeproblem mit einer relevanter sozialpolitischen Dimension“.

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