Spuren der Wirtschaftskrise So schwach laufen türkische Aktienfonds

Straßenhändler im türkischen Istanbul, hinter ihm ein Werbeschild für einen Ausverkauf: Die türkische Wirtschaftskrise hat auch bei Aktien und Landeswährung für Verkaufsstimmung gesorgt | © Getty Images

Straßenhändler im türkischen Istanbul, hinter ihm ein Werbeschild für einen Ausverkauf: Die türkische Wirtschaftskrise hat auch bei Aktien und Landeswährung für Verkaufsstimmung gesorgt Foto: Getty Images

Es sind nur ein paar kleine Positionen im Portfolio, die für einen enormen Unterschied in der Wertentwicklung sorgen. Denn der Fondsmanager des HSBC GIF Turkey Equity, Yigit Onat, geht auch Währungspositionen ein. Er kauft oder verkauft je nach Lage Türkische Lira gegen Euro und kann so den Kursverfall der Lira abmildern. Denn die befindet sich seit mehr als zehn Jahren mit nur kurzen Pausen im freien Fall. In der Zeit verlor sie gegenüber dem Euro fast drei Viertel ihres Werts.

Bei den anderen Aktienfonds, die die Datenbank Morningstar mit ausreichend langer Historie ausspuckt, sucht man Währungspositionen zumindest derzeit vergebens. Das muss nicht immer ein Nachteil sein. Denn wenn HSBC-Mann Onat mal währungstechnisch auf der falschen Seite steht, kann er damit gegenüber den Aktienfonds der alten Schule ohne Währungs-Derivate wieder an Boden verlieren. Doch zurzeit läuft es gut für ihn.

Wobei diese Aussage sehr, sehr relativ zu werten ist. Denn alle Türkei-Fonds haben kräftig an Wert verloren (siehe Tabelle). Das liegt in erster Linie an der Politik von Präsident Recep Tayyip Erdogan. Auch wenn er selbst das natürlich anders sieht. Aber wenn Unternehmen sich nicht mehr sicher sein können, ob alle ihre Mitarbeiter morgens noch zur Arbeit kommen, dann ist das nicht gerade ein investitionsfreundliches Klima. Entsprechend haben internationale Unternehmen Niederlassungen geschrumpft oder gar aufgelöst.