Staat will durchgreifen Chinas Bitcoin-Schürfer sollen aufhören

So sieht eine Computerfarm für Kryptowährungen aus (hier allerdings eine in Moskau): Das Schürfen von Digitalwährungen verbraucht Unmengen an Strom. | © Getty Images

So sieht eine Computerfarm für Kryptowährungen aus (hier allerdings eine in Moskau): Das Schürfen von Digitalwährungen verbraucht Unmengen an Strom. Foto: Getty Images

Kommen aus China bald keine frischen Bitcoins mehr? Es sieht so aus. Angeblich hat die chinesische Behörde „Leading Group of Internet Financial Risks Remediation“ lokale Regierungen aufgefordert, dass sie das Bitcoin-Mining eindämmen sollen. Konkret ist die Rede von einem „geordneten Ausstieg“ („Orderly Exit“) aus den Minen-Aktivitäten. Das berichtet das Nachrichtenportal „Quartz“ und beruft sich dabei auf ein durchgesickertes Dokument, das auch durch den Twitter-Kosmos geistert.

Darin heißt es unter anderem: „Zurzeit gibt es einige sogenannte Minen-Unternehmen, die ‚virtuelle Währungen‘ produzieren. Sie haben riesige Mengen an Ressourcen verbraucht und Spekulationen mit ‚virtuellen Währungen‘ angefacht.“

Hintergrund: Derzeit werden geschätzte 70 Prozent aller neuen Bitcoins in China geschürft. Dafür rechnen Computer oder vielmehr deren Grafikkarten in sogenannten Serverfarmen mathematische Aufgaben aus. Immer wenn sie ein Rätsel geknackt haben, gibt es einen neuen Block für die Bitcoin-Blockchain und 12,5 Bitcoins als Belohnung. Allerdings ist es der chinesischen Regierung schon eine Weile ein Dorn im Auge, dass diese Rechnerei Unmengen an Strom verbraucht. Diverse Nachrichtenportale berichten schon, dass die Regierung die Stromversorgung eindämmen will.

Laut Dokument sollen lokale Regierungen die Schürfer zum Ausstieg nötigen, indem sie folgende Stellschrauben nutzen: Energiepreise, Grundstücke, Steuern und Umweltschutz. Außerdem sollen sie künftig über Minenaktivitäten und den Fortschritt beim Ausstieg berichten. Zum ersten Mal heute und dann immer am 10. des Monats.

Wie sich das am Ende auswirkt, darüber lässt sich streiten. Zunächst dürfte der Nachschub an neuen Bitcoin sinken, was das Angebot verknappt. Das spräche für steigende Preise. Andererseits könnten Bitcoin-Spekulanten es auch als Anfang vom Ende sehen – und aussteigen. Und vielleicht werden sogar die Grafikkarten wieder billiger. Das wäre ja mal was.