"Standard-Reporting reicht nicht"

Sasa Perovic, Director Investmentfonds bei Scope Analysis.

Sasa Perovic, Director Investmentfonds bei Scope Analysis.

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DAS INVESTMENT: Was war die Idee für ein Rating speziell für VV-Fonds?

Sasa Perovic:
Fonds mit vermögensverwaltendem Ansatz werden für Anleger immer wichtiger. Die Strategien und die Qualität der Fonds sind jedoch höchst unterschiedlich. Wie stark sich diese Vielfalt auf die Fondsergebnisse auswirkt, zeigt ein Blick auf das Performance-Spektrum: In der Strategievariante „ausgewogen“ etwa zeigen die über 100 VV-Fonds, für die es eine fünfjährige Performance-Historie gibt, Werte zwischen minus 37,6 und plus 42,5 Prozent. Auch wenn man die besten und schlechtesten 5 Prozent der Fonds aus der Betrachtung ausklammert, variieren die Performance-Ergebnisse immer noch zwischen minus 17,2 und plus 12,1 Prozent.

Worin liegt der Unterschied zum Rating herkömmlicher Investmentfonds?


Perovic:
VV-Fonds haben eine andere Ausrichtung als traditionelle Aktien-, Rentenoder Mischfonds. Daher berücksichtigen wir bei der quantitativen Analyse zum Beispiel Kennzahlen wie den Kapitalerhalt und die Verlustdauer innerhalb des Anlagehorizonts. Diese Kennziffern spielen bei der Bewertung sonst keine Rolle.

Welche qualitativen Kriterien haben ein hohes Gewicht?


Perovic: Neben der Investitionsstrategie und den Investmentprozessen ist es vor allem das Risikomanagement, das wir uns sehr genau anschauen. Denn um Verluste in turbulenten Marktphasen zu begrenzen, muss das Risikomanagement über gesetzliche Mindeststandards hinausgehen. Mit einem standardisierten Risiko-Reporting lassen sich fondsspezifische Risiken nicht effizient managen. Dazu bedarf es einen erheblichen Mehraufwands und ausgefeilter Strategien – vor allem wenn in mehrere Asset-Klassen investiert wird.

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Gibt es große Unterschiede?


Perovic:
Wir haben bei den von uns analysierten Fonds deutliche Unterschiede bei den Research-Kapazitäten festgestellt. Zum einen gibt es Fonds, die verstärkt auf eingekaufte Research-Ergebnisse zurückgreifen. Zum anderen betreiben große Fondsgesellschaften umfangreiches Primärresearch. Sie analysieren Märkte, Branchen und makroökonomische Zusammenhänge selbstständig und führen Interviews mit Fondsmanagern und Unternehmen durch.