Star-Fondsmanager Hendrik Leber „Kryptowährungen sind ein Ersatz für Gold“

Hendrik Leber: Der Acatis-Chef erklärt: „Vor einem Jahr war kaum jemand engagiert, heute ist es vielleicht 1 Prozent der Investorenschaft, und wenn die Entwicklung so weitergeht, kann sich der Bitcoin-Kurs vielleicht verfünfzigfachen.“ | © Acatis Investment

Hendrik Leber: Der Acatis-Chef erklärt: „Vor einem Jahr war kaum jemand engagiert, heute ist es vielleicht 1 Prozent der Investorenschaft, und wenn die Entwicklung so weitergeht, kann sich der Bitcoin-Kurs vielleicht verfünfzigfachen.“ Foto: Acatis Investment

Von etwa 540 auf den gestrigen Schlusskurs von erstmals mehr als 10.000 Euro stieg der Preis der Kryptowährung Bitcoin in den vergangenen 15 Monaten. Dieses Plus um mehr als 1.700 Prozent beflügelte auch den Mischfonds Acatis Datini Valueflex Fonds A, dessen Fondsmanagement von der Frankfurter Vermögensverwaltung Acatis Investment GmbH „flexibel und opportunistisch auf Investmentgelegenheiten am Kapitalmarkt eingehen“ kann.

Seit Mitte Oktober 2016 habe er nach und nach seine Bitcoin-Position aufgebaut, sagt Acatis-Gründer Hendrik Leber in einem aktuellen Interview mit Morningstar. „Dass der Kurs in so kurzer Zeit so stark steigen würde, konnte ich im Herbst 2016 nicht erahnen.“ Er wäre „mit einem Plus von 5 oder 10 Prozent absolut zufrieden gewesen“, nehme die Gewinne jedoch gerne mit und verkaufe auch „laufend in den steigenden Kurs hinein“.

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„Eingestiegen bin ich mit einem Gewicht von 3 Prozent.“ Als wichtigsten Grund dafür nennt Leber die „Suche nach einer Asset-Klasse war, die eine Art Schutzfunktion übernimmt für den Fall, dass unser Währungssystem aus dem Lot gerät oder die Finanzmärkte manipuliert werden.“ Kryptowährungen seien „zutiefst demokratisch“ und im Gegensatz zu Anlagen in Edelmetallen vor staatlicher Willkür geschützt.

Gold kommt nicht in Frage

„Gold kommt aus verschiedenen Gründen für mich nicht in Frage“, so Leber weiter. „Kryptowährungen sind für mich ein Goldersatz.“ Denn hinter den digitalen Rechnungseinheiten stecke „eine ganz eigene Mechanik“. Leber führt aus: „Es gibt ganz spezielle Korrelationen - das ist für mich eine echte Diversifikation.“ Angesichts der aktuellen Kapitalmarktlage ergänzt er: „Und dass eine Währung keine Negativzinsen abwirft, ist doch auch schon mal ein guter Grund.“

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Der Bitcoin werde sich nach Meinung des Acatis-Chefs zwar nicht zu einem Transaktionsmedium entwickeln, aber eine Art Geldspeicher bleiben. „Der Bitcoin wird meiner Meinung als Reservewährung fungieren und für Anleger eher eine Art Anlagewährung wie der Schweizer Franken oder die norwegische Krone sein als etwa eine Transaktionswährung wie Euro, Dollar oder Pfund“, prognostiziert Fondsmanager Leber.