State-Street-Studie Nachhaltigkeit steigert Erträge

Radrennen vor Windturbinen in Frankreich. Anlegen unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten ist auch gut für die Rendite, hat eine Studie von SSGAergeben.

Radrennen vor Windturbinen in Frankreich. Anlegen unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten ist auch gut für die Rendite, hat eine Studie von SSGAergeben.

Anlegen nach ESG-Kriterien wirkt sich sehr positiv auf die Rendite aus. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von State Street Global Advisors (SSGA). Die Vermögensverwaltungssparte des US-Finanzdienstleisters State Street Corporation hat weltweit 475 institutionelle Investoren befragt.

Zwei von drei Befragungsteilnehmern gaben an, dass Investmentstrategien nach ESG-Maßgaben auch ihre Erträge deutlich verbesserten. ESG im Investment-Bereich bezeichnet Anlagen nach Umwelt- (environment) und sozialen (social) Kriterien und nach der Maßgabe guter Unternehmensführung (governance).

Steigendes Interesse an ESG-Investments

Die Teilnehmer der Befragung von SSGA arbeiten für öffentliche und private Pensionsfonds, Stiftungen, Family Offices, Staatsfonds, Zentralbanken und überstaatliche Organisationen. Mehr als drei Viertel von ihnen legen zumindest einen Teil der verwalteten Mittel in ESG-Strategien an. Dabei machen sie es sich nicht unbedingt einfach: Die meisten schließen nicht allein solche Unternehmen aus, die einige festgelegte Kriterien nicht erfüllen. Die Investoren mischen sich darüber hinaus aktiv ein: Knapp 80 Prozent der befragten institutionellen Investoren engagieren sich bei den Unternehmen, in die sie investieren, in einem gewissen Maß auch selbst im Bereich ESG.

Das Interesse an ESG-Investments unter institutionellen Investoren sei gerade in den vergangenen vier bis fünf Jahren spürbar angestiegen, sagt Lori Heinel, stellvertretender Investmentchef bei SSGA. Entsprechende Strategien erwirtschafteten nicht allein eine höhere Rendite, sondern könnten auch helfen, Schwankungen im Portfolio abzumildern: Zwei Drittel der Befragten gaben an, dass die Anwendung einer ESG-Strategie sie beim Volatilitätsmanagement unterstützt habe.

Hier hakt es noch

Allerdings legt die Studie auch Schwierigkeiten offen. So seien die Anlageergebnisse von Investoren, die ESG-Strategien verwendeten, kaum miteinander vergleichbar: Immerhin können die Strategien erheblich voneinander abweichen, erbrachte die Erhebung.

Über die Hälfte der Befragten glaubt auch, dass viele externe Vermögensmanager Schwierigkeiten haben, Investitionen nach ESG-Kriterien angemessen zu beurteilen. Und knapp die Hälfte der Anleger berichtet, dass hohe Aufwendungen und Gebühren die größte Hürde für einen weiteren Einzug von ESG-Kriterien in Investmentportfolios darstellen.

Auf den ersten Blick ein Widerspruch: Viele institutionelle Anleger berichten zwar von Renditevorteilen durch eine ESG-Strategie. Trotzdem wenden sie entsprechende Strategien durchschnittlich nur bei einem Drittel ihrer Anlagen an. Zumindest jedoch schauen die von ESG-Anlagen überzeugten Investoren positiv in die Zukunft. Die meisten erwarten, dass der Anteil an ESG-Investments in ihren Portfolien steigen wird: In den nächsten zwei Jahren könnte er immerhin auf rund 40 Prozent anwachsen.