Steigende Einkommen – schleppender Konsum Deutsche Sparquote wieder über 10 Prozent

Die konjunkturelle Abkühlung in Deutschland spiegelt sich auch im privaten Verbrauch der Menschen hierzulande wieder, berichtet die Research-Abteilung der Frankfurter DZ Bank in ihrem aktuell veröffentlichten Konjunkturbericht. Demnach dürfte der Konsum in nominaler Rechnung mit 3,1 Prozent etwas langsamer wachsen als im Vorjahr.

*Ersparnis in Prozent des verfügbaren Einkommens private Haushalte einschließlich Organisationen ohne Erwerbszweck
**durchschnittliche Umlaufsrendite inländischer Inhaberschuldverschreibungen
Quellen: Statistisches Bundesamt, Bundesbank, 2018 und 2019 Vorausschätzung DZ BANK AG Grafik: DZ Bank

Gute Tarifabschlüsse und kräftig angehobene Renten Mitte dieses Jahres sorgen laut den Analysten des Zentralinstituts für mehr als 900 Kreditgenossenschaften für günstige Einkommensperspektiven. Allerdings kämen die Einkommenszuwächse verstärkt erst in der zweiten Jahreshälfte zum Tragen.

In der Folge falle das Plus beim Einkommen in diesem Jahr mit 3,2 Prozent zwar schwächer aus als 2017, aber stärker als beim Konsum. Dadurch werde die Sparquote der privaten Haushalte in Deutschland erstmals seit der Finanzkrise vor zehn Jahren wieder zweistellig und überschreite knapp die Marke von 10 Prozent.

2018 nochmals hohe Investitionen

Doch bereits 2019 schwächen sich die Einkommenszuwächse mit der konjunkturellen Abkühlung weiter ab – vor allem bei den Selbstständigen, prognostizieren die Analysten der DZ Bank. Daher werde der private Verbrauch mit 3,4 Prozent wieder etwas schneller wachsen als das verfügbare Einkommen und die Sparquote auf 9,8 Prozent sinken.

„Die Entwicklung der Sparquote wurde lange Zeit auch von der durch niedrige Kreditzinsen ausgelösten Investitionsfreude der Bürger gestützt“, schreiben die Autoren der DZ Bank. Bis 2017 sei die Zahl der Wohnungsbaufertigstellungen in Deutschland stetig gestiegen – zuletzt auf 285.000 Wohneinheiten im Jahr.