Steuer-Tipp der Woche Verluste aus Optionsgeschäften absetzen

Andreas Patzner ist Rechtsanwalt, Steuerberater und Partner beim KPMG in Frankfurt.

Andreas Patzner ist Rechtsanwalt, Steuerberater und Partner beim KPMG in Frankfurt.

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Anleger mit etwas höherem Wagemut wird die Möglichkeit geboten, in Optionen und Optionsscheine zu investieren. Der Optionsinhaber setzt bei einem sogenannten Call-Optionsschein (zu kaufen) darauf, dass eine Aktie, ein Index oder eine sonstige Bezugsgröße im Wert steigt, während es sich beim Put-Optionsschein (zu verkaufen) aus der Sicht des Inhabers um eine Wette auf einen sinkenden Markt handelt.

Tritt die Erwartung des Anlegers ein, kann er mit kleinem Einsatz einen verhältnismäßig großen Gewinn erzielen. Tritt die Erwartung nicht ein, so wird der Optionsschein an Wert verlieren und am Ende der Laufzeit wertlos verfallen.

Bei Optionen mit Cash-Settlement besteuert die Finanzverwaltung die oftmals hohen Gewinne aus ab dem 1. Januar 2009 erworbenen Optionen stets und aus vor dem 1. Januar 2009 erworbenen Optionen, wenn der Gewinn innerhalb einer (Spekulations-)Frist von einem Jahr seit Optionserwerb auftritt.

Entsprechend können auch Verluste aus der Veräußerung oder Glattstellung von Optionen vor Endfälligkeit durch die Anleger geltend gemacht werden. Bei Optionen mit physischer Lieferung des Basisgegenstandes (zum Beispiel Aktie) kommt es bei Ausübung darauf an, ob die Veräußerung des Basisgegenstands (zum Beispiel der Aktie) der Besteuerung unterliegt.

Wird etwa eine Aktie aufgrund einer Call Option unter Marktpreis erworben, so ist der erhöhte Veräußerungsgewinn bei Veräußerung steuerpflichtig, wenn die Aktie ab dem 1. Januar 2009 erworben wurde oder wenn bei der vor dem 1. Januar 2009 erworbenen Aktie die Veräußerung innerhalb der sogenannten Spekulationsfrist von einem Jahr seit Erwerb erfolgt.

Wird die Option dagegen vor Endfälligkeit veräußert oder glattgestellt, so ist der Gewinn oder Verlust steuerlich beachtlich, wenn die Option ab dem 1. Januar 2009 erworben wurde oder wenn die vor dem 1. Januar 2009 erworbene Option innerhalb der Spekulationsfrist von einem Jahr veräußert oder glattgestellt wird.

Unabhängig davon ob die Option Cash-Settlement oder physische Lieferung vorsieht gilt jedoch: Die Finanzverwaltung erkennt Verluste steuerlich nicht an, wenn der Anleger mit der Veräußerung oder Glattstellung zu lange wartet und es sodann bei Endfälligkeit zum Verfall der Option kommt.