Steueraffäre Sparkassenverband beraumt Krisentreffen an

Georg Fahrenschon, dessen Vertrag noch bis Mai 2018 läuft, beim Sparkassentag 2016: Seine Wiederwahl als DSGV-Präsident wurde jetzt verschoben. | © Foto: Deutscher Sparkassen- und Giroverband

Georg Fahrenschon, dessen Vertrag noch bis Mai 2018 läuft, beim Sparkassentag 2016: Seine Wiederwahl als DSGV-Präsident wurde jetzt verschoben. Foto: Foto: Deutscher Sparkassen- und Giroverband

Kann Georg Fahrenschon Deutschlands oberster Sparkassen-Chef bleiben? Darüber entscheidet das Präsidium des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV) bei einer Sondersitzung in Berlin, berichtete aktuell die „Bild am Sonntag“. Eingeladen zu dem Krisentreffen habe demnach Thomas Mang, Fahrenschons Stellvertreter und Präsident des Sparkassenverbandes Niedersachsen.

Die am Mittwoch voriger Woche geplante Wiederwahl Fahrenschons hatte das zuständige DSGV-Gremium kurzfristig abgesagt. Denn tags zuvor war bekannt geworden, dass die Staatsanwaltschaft München beim zuständigen Amtsgericht einen Strafbefehl gegen ihn beantragt hat. Der ehemalige bayerische Finanzminister habe seine Steuererklärungen für die Jahre 2012 bis 2014 verspätet eingereicht.

Unmut bei Mitarbeitern der Sparkassen erzeugt derzeit auch eine E-Mail der für die Öffentlichkeitsarbeit des DSGV zuständigen PR-Strategen: Nach Angaben der „Bild am Sonntag“ verschickten sie bundesweit eine E-Mail mit dem Betreff „Argumentationsvorschlag“. Deren Inhalt: Bei Anfragen von Journalisten sollten sich die Sparkassen für den in der Kritik stehen Präsidenten Fahrenschon einsetzen.

In einer Stellungnahme vom Montag reagiert der DSGV mit einem Dementi: „Diese Meldungen sind falsch, eine derartige Kampagne gibt es nicht.“ Und weiter: „Aktuelle Beschlusslage in den DSGV-Gremien ist, dass die Wahl des DSGV-Präsidenten verschoben und der Ausgang eines gerichtlichen Verfahrens abgewartet wird. Diese Beschlusslage wurde am Mittwoch auch anfragenden Sparkassen zur Kenntnis gegeben.“