Steuerexperten von EY Krypto-Investments – und die Steuer?

Exemplarisch geprägte Bitcoin-Münzen. HIer geben zwei Steuer-Experten von EY Hinweise zur steuerlichen Behandlung bei Anlagen in Kryptowährungen. | © Getty Images

Exemplarisch geprägte Bitcoin-Münzen. HIer geben zwei Steuer-Experten von EY Hinweise zur steuerlichen Behandlung bei Anlagen in Kryptowährungen. Foto: Getty Images

Sven Oberle (li.) und Christian Katzer

Virtuelle Währungen wie Bitcoin oder Ethereum, auch Kryptowährungen genannt, rücken zunehmend in den Fokus von Privatpersonen. Insbesondere die Kryptowährung Bitcoin sorgte in den vergangenen Monaten fast täglich für Schlagzeilen. Vor diesem Hintergrund und in der derzeitigen Niedrigzinsphase werden virtuelle Währungen verstärkt auch zur privaten Kapitalanlage genutzt. Daneben gewinnen sie als alternative Zahlungsmittel immer mehr an Bedeutung.

Veräußerungen im Privatvermögen

Um unliebsame Folgen zu vermeiden, sollten Anleger die steuerlichen, insbesondere die ertragsteuerlichen Konsequenzen beachten. Kryptowährungen werden regelmäßig durch Hingabe von Euro angeschafft und durch Rücktausch in Euro veräußert. Veräußerungen von Bitcoins und anderen Kryptowährungen im Privatvermögen des Anlegers können ein steuerpflichtiges privates Veräußerungsgeschäft auslösen. Voraussetzung hierfür ist, dass zwischen Anschaffung und Veräußerung der jeweiligen Kryptowährung nicht mehr als ein Jahr liegt.

In diesen Fällen ist der Anleger verpflichtet, den steuerpflichtigen Gewinn aus der Veräußerung in seiner Einkommensteuererklärung anzugeben, da die Banken anders als beispielsweise bei Gewinnen aus der Veräußerung von Aktien keine Steuer einbehalten.

Vorsicht ist insbesondere geboten bei Verwendung der Kryptowährung als (alternatives) Zahlungsmittel. Denn ertragsteuerlich gilt auch die Hingabe von Kryptowährungen zum Erwerb von Gegenständen als Veräußerung.

Die Veräußerung von selbst erzeugten Kryptowährungen im Privatvermögen, sogenanntes Mining, führt nach der derzeit herrschenden Meinung nicht zu einem steuerpflichtigen privaten Veräußerungsgeschäft, da das Mining keine Anschaffung im steuerlichen Sinn darstellt. Der steuerliche Gewinn oder Verlust aus der Veräußerung der Kryptowährung ermittelt sich aus der Differenz zwischen dem Veräußerungspreis einerseits und den Anschaffungs- und Werbungskosten andererseits und ist mit den entsprechenden Kursen in Euro umzurechnen.