Stiftungen, Investmentbesteuerung & Co. Das waren die Themen des dritten Finanzplaner Forums Nord

Die Initiatoren des Finanzplaner Forums Otto Lucius (li.) und Guido Küsters mit Referentin Gesa Engelschall vond der Hamburgischen Kulturstiftung

Die Initiatoren des Finanzplaner Forums Otto Lucius (li.) und Guido Küsters mit Referentin Gesa Engelschall vond der Hamburgischen Kulturstiftung

Zum dritten Mal fand das Finanzplaner Forum Nord in Hamburg statt. Rund 40 Finanzplaner und -berater fanden sich im Steigenberger Hotel am Alsterfleet ein. Schwerpunktthemen dieses Jahr waren Stiftungen, Vermögensstrukturierung und Markt & Meinung.

Zum Auftakt gab Robert Strauch in seinem Vortrag „Aktuelles zur Vermögensstrukturierung“ einen Überblick über die Neuerungen des Erbschaftssteuergesetzes. Wie sollten Berater Betriebsvermögen im Erbfall strukturieren, damit es steuerlich begünstigt wird? Das Fazit des Steuerberaters und Vorstandsvorsitzenden des Instituts für Vermögensstrukturierung: „Sie strukturieren immer mehr.“

Das kann nach Einschätzung des Experten nicht nur richtig anspruchsvoll werden, sondern in einigen Fällen gar nicht umsetzbar. Zum Beispiel beim Umfang der Verschonung: Wie ermittelt man die Quoten steuerlicher Begünstigungen und vor allem wie hält man diese ein? Je höher die Fremdkapitalquote im Unternehmen, desto höher nämlich die Quote an „schädlichem“ Verwaltungsvermögen. „Bei einer derart anspruchsvollen Umstrukturierung müssen sie mit Handarbeit durchgehen und richtig tief in die Konzernstruktur eingreifen“, so Strauch. Als Berater der Nachfolgeplanung in Unternehmen sei das allein gar nicht darstellbar.

Die Unternehmensbewertung werde also eine größere Rolle spielen. Strauch ist zudem überzeugt, dass die Reform an einigen Stellen noch nachgebessert wird, unabhängig vom Ausgang der Bundestagswahlen im September 2017 und daraus folgenden Koalitionen. „Wir befinden uns aktuell in einem Interimszeitraum“, sagt Strauch. Der Einsatz von Nießbrauchrechten, das Umschichten in andere Anlageklassen oder liquides Vermögen in eine Tochtergesellschaft mit KWG-Lizenz auszugliedern seien sinnvolle Gestaltungsmittel für steuerliche Begünstigungen.

Markt & Meinung

Anschließend ging Martin Dreier, Anleihemanager bei Oddo BHF Asset Management, in seinem Vortrag auf deutsche Staatsanleihen ein. Die als sichere Häfen geltenden Papiere seien bei steigenden Zinsen die schlechteste Rentenklasse für Anleger. Dreiers Alternative ist der High-Yield-Markt. Dieser korreliere negativ zu deutschen Staatanleihen und sei aus seiner Sicht fair bewertet. Zudem waren die Risiken in den Vorjahren breiter verteilt. In den aktuell engen High-Yield-Märkten komme es vor allem auf Allokation und Titelauswahl an.

Arne Scheehl von Comstage hätte laut Programm eigentlich zum Thema „Core-Satellite-Ansatz als Strategie für ETFs“ sprechen sollen. Doch sein kurzer Ausflug zur Investmentsteuerreform stieß auf so großes Interesse unter den Zuhörern, dass Scheehl seine Ausführungen zur Besteuerung auf Fondsebene auf die vollen 30 Minuten erstreckte.

Bei Comstage werde man sich demnächst zusammen mit dem Finanz-Datenservice WM daransetzen, die Fonds entsprechend der Vorgaben der Reform neu zu klassifizieren. Laut Scheehl wäre es spannend zu beobachten, wie die kleineren Fondshäuser mit dem Thema umgehen.

Ein eher noch unbekanntes Thema brachte Markus Haefliger von Plenum Investments dem Auditorium näher: Katastrophen-Anleihen, auch als CAT-Bonds oder Insurance Linked Securities (deutsch: Versicherungsabhängige Anlagen) bezeichnet. Es handelt sich hierbei um Obligationen, bei denen die Rückzahlung des Kapitals nur vom Eintreten eines genau definierten Versicherungsrisikos abhängt. Bleibt dieses Ereignis aus – meist sehr selten eintretende Großschäden, sogenannte Jahrhundertereignisse – wird das eingesetzte Kapital am Ende der Laufzeit vollständig zurückbezahlt. Dazwischen erhält der Anleger der Anleihe regelmäßige Prämien.