Stiftungsfonds Geschäft mit der Ewigkeit

Microsoft-Gründer Bill Gates und seine Frau Melinda in Indien: Die beiden haben eine Stiftung gegründet, mit dem Ziel Krankheit, Armut und Bildungsmangel zu bekämpfen (Foto: AFP / Getty Images)

Microsoft-Gründer Bill Gates und seine Frau Melinda in Indien: Die beiden haben eine Stiftung gegründet, mit dem Ziel Krankheit, Armut und Bildungsmangel zu bekämpfen (Foto: AFP / Getty Images)

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Eins haben die Bill & Melinda Gates Foundation und die Yehudi-Menuhin-Stiftung gemeinsam: das Gründungsjahr 1999. Während allerdings Erstere mit einem Stiftungsvermögen von umgerechnet 26 Milliarden Euro Berge versetzen kann und sich für Entwicklungs- und Gesundheitsprojekte einsetzt, musste Letztere, bekannt geworden durch ihr Schulprojekt „Muse“, nach knapp zwölf Jahren im März 2011 die Insolvenz anmelden.

Damals hatte die Bezirksregierung Düsseldorf Fördergelder gesperrt. Zuvor hatte es eine längere Auseinandersetzung wegen mangelnder Buchführung und fehlender Nachweise über die Ausgaben der Stiftung gegeben. Dass Stiftungen, in aller Regel und von Amts wegen für die Ewigkeit gedacht, auch pleitegehen können, ist wahrscheinlich für so manchen nicht vorstellbar. Ein großes Stiftungssterben in Deutschland gab es allerdings schon mal.

Knapp 100 Jahre ist es her, dass viele Stiftungen im Zuge des Ersten Weltkriegs Kriegsanleihen des deutschen Staats zeichneten und nach Kriegsende 1918 leer ausgingen. Die Hyperinflation von 1923 und die wenige Jahre später einsetzende Weltwirtschaftskrise taten dann ihr Übriges, um viele Stiftungen an den Rand des Abgrunds oder einen Schritt weiter zu bringen.

Drei Kriterien für Stiftungsfonds

Die Zeiten haben sich geändert, das Grundproblem ist das gleiche geblieben. „Stiftungen bewegen sich im Spannungsfeld zwischen Kapitalerhalt des Vermögens und angemessener Ertragserzielung“, bringt es Erwin Lochten, Manager des LAM-Stifterfonds-Universal (WKN: A0J ELN), auf den Punkt.

Dabei sind die Verantwortlichen in aller Regel der Ewigkeitsklausel verpflichtet. Sogenannte Verbrauchsstiftungen, die ihr Vermögen zur Erfüllung des Stiftungszwecks aufbrauchen dürfen, gibt es kaum. Das Stiftungskapital muss deswegen gewahrt bleiben, lediglich dessen Erträge dürfen für den Stiftungszweck eingesetzt werden. Der Kapitalerhalt ist folglich ein naheliegendes Ziel, genauso das Interesse an Ausschüttungen.

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Gerade eher kleinere Stiftungen haben früher auf solide und sichere Kapitalanlagen gesetzt. „Die Geldanlage in Bundesanleihen oder Sparbriefen ergibt in der heutigen Zeit aber überhaupt keinen Sinn mehr“, gibt Kai Rohde, Stiftungs-Experte der Vermögensverwaltung Lange Assets & Consulting in Hamburg, zu bedenken. Also müssen Alternativen her.

Eines der Rohde zufolge größten Probleme der jeweiligen Finanzentscheider: sich für einen Vermögensverwalter zu entscheiden. Abhilfe schaffen kann das seit Anfang 2013 angebotene Lange Assets Stiftungskonzept. Dieses Vermögensverwaltungskonzept richtet sich an kleinere und mittelgroße Stiftungen, die mit seiner Hilfe in mehrere ausgewählte Stiftungsfonds investieren.

Anderen Anlegern, die vor ähnlichen Problemen stehen, bleibt zumindest eine größere Auswahl an sogenannten Stiftungsfonds. Rund 50 für den normalen Publikumsverkehr zugelassene Produkte dieser Art gibt es mittlerweile in Deutschland. Klar abgrenzen lässt sich die Fondskategorie nicht. Denn dem Kapitalerhalt oder einer hohen Ausschüttungspolitik verpflichtet fühlen sich viele Fonds – das macht sie aber keineswegs alle zu Stiftungsfonds.

Auch müssen nicht alle infrage kommenden Produkte zwangsläufig den Begriff Stiftungsfonds im Namen führen. Vielmehr ist meistens die Entstehungsgeschichte bei der Auflegung entscheidend. „Oft entsteht die Idee aus der Zusammenarbeit eines Vermögensverwalters mit einer oder mehreren Stiftungen“, erläutert Rohde. Da es oft sehr ähnliche Vorstellungen bei der Geldanlage gebe, sei der Schritt zum speziellen Fonds nicht mehr weit.

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