Stimmung: Wie der Markt über Absolute-Return-Fonds denkt

Finale Prüfung für einen nagelneuen Bentley im Bentley-Werk in Crewe, England. Die VW-Niederlassung auf der Insel legt einen Teil ihrer Pensionsrücklagen in Fonds mit Absolute-Return-Ansatz an. Foto: Getty Images

Finale Prüfung für einen nagelneuen Bentley im Bentley-Werk in Crewe, England. Die VW-Niederlassung auf der Insel legt einen Teil ihrer Pensionsrücklagen in Fonds mit Absolute-Return-Ansatz an. Foto: Getty Images

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Kurze Pause. Nur das leise Rauschen der Telefonleitung. Dann ein fröhliches Kichern aus dem Hörer. Das Gespräch geht ja gut los, wenn sich der Redakteur gleich beim Thema verhaspelt, um das es bei der Recherche gehen soll. Aber wenn das Segment „Vermögensverwaltende Investmentfonds mit Absolute-Return-Ansatz“ heißt? Ablesen hätte geholfen. Für die Gesprächspartnerin am anderen Ende der Leitung sind diese Fonds sowieso nichts.

Andrea Bischoff von der Vermögensverwaltung Adanac Finanz & Consult in Bad Vilbel baut die Depots ihrer Kunden lieber selbst auf, als auf solche Fertigprodukte zurückzugreifen. Wieder eine Abfuhr. Sie zeigt, wie speziell das Thema ist. Einerseits sollen die Fonds wie eine Vermögensverwaltung aufgebaut sein. Damit scheiden reine Aktien- und Rentenfonds aus. Auch klassische Mischfonds aus beiden Anlageklassen plus Cash dürften dem modernen Anspruch einer Vermögensverwaltung nicht mehr gewachsen sein.

Rohstoffe, Edelmetalle, Immobilien – irgendein weiterer Faktor gehört schon mit rein. Das wäre dann das, was heutzutage unter dem Begriff „Multi-Asset“ durch die Branche geistert. Und obendrein sollte das Management über einen bestimmten Zeitraum einen Gewinn erzielen – der Grundsatz von Absolute Return.

Nicht einmal eine eigene Kategorie


Klingt übersichtlich, ist aber alles andere als das. Es beginnt schon bei der Definition. So setzen manche Gesellschaften sich eine Frist – meist zwölf Monate – in der sie immer mindestens einen Gewinn abliefern wollen. Andere nehmen einen Zinssatz als Messlatte. Bei den zugelassenen Anlageformen geht die Zwietracht weiter. Von einem Standard ist die vermeintliche Fondskategorie weit entfernt.

Fondsdatenbanken haben keine Vergleichsgruppe dieses Namens. Beim Münchner Anbieter FWW, mit dem DAS INVESTMENT zusammenarbeitet, tummeln sich die meisten Kandidaten in den diversen Unterabteilungen des Segments „Strategiefonds“ – zusammen mit klassischen Mischfonds und Exoten, wie Fonds, die auf Währungen spekulieren. Beide haben nur bedingt etwas mit einer Vermögensverwaltung zu tun. Die Fondsgruppe ist damit ungefähr so gut umrissen wie ein sich bewegender Mensch auf einem zu lange belichteten Foto: Man sieht, dass er da ist. Genau erkennen kann man ihn aber nicht.

Und trotzdem steigt die Nachfrage. Einen Anhaltspunkt bietet die Analysefirma Lipper aus dem Hause Thomson Reuters. Sie meldet für die europäische Fondsbranche 2011 einen Netto-Abfluss von 70,5 Milliarden Euro. Im Thema Absolute Return verzeichnet sie dagegen im Untersegment „Asset Allocation“ einen Zufluss von fast 6,5 Milliarden Euro. Nachfragetreiber sind die Finanzkrise, die Vermögensstrukturen zerstört hat, und das seither vorherrschende Niedrigzinsniveau.