Streitgespräch mit Jim Rogers: „Gehen Sie doch morgen mal auf den Acker“

Jim Rogers

Jim Rogers

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DAS INVESTMENT.com: Die Rohstoffpreise befanden sich 2010 stark im Aufwind. Ist das eine neue Preisblase?

Jim Rogers: Eine Blase? Viele Rohstoffe liegen 40 Prozent unter ihren Allzeithochs. Von massig vielen Fonds weltweit beschäftigen sich heute nur noch ein paar hundert mit Commodities. Das ist keine Blase.

DAS INVESTMENT.com: Der Preis von Kupfer könnte ohne Finanzinvestoren viel niedriger sein.

Rogers: Mag sein, Kupfer liegt nahe an seinem Hoch ebenso wie Kakao und Baumwolle. Aber abzüglich der Inflation ist das überhaupt nicht der Fall. Wie viele Menschen kennen Sie, die Gold haben? Wie viele haben Kupfer? Ich habe gerade einen Vortrag gehalten, und im Publikum hatte kaum einer solche Metalle. Bei einer Blase steigen die Preise dagegen fast täglich raketenartig. Sie sind tägliches Gesprächsthema, allgegenwärtig. Glauben Sie mir, ich erkenne Blasen, wenn ich sie sehe. Und das hier ist definitiv keine.

DAS INVESTMENT.com: In Europa gibt es bereits Automaten, an denen man Goldbarren ziehen kann. Viele Menschen reden über Gold, zahlreiche Titelgeschichten drehen sich um Gold. Genug Merkmale für eine Blase? (Bildstrecke: Die Gold-Propheten: Kursziele und Tipps der Super-Investoren)

Rogers: Ich schlage vor, Sie schreiben eine Geschichte mit dem Titel ‚Die Goldblase’.

DAS INVESTMENT.com: Wie lange hält dann der Aufwärtstrend bei den Rohstoffpreisen Ihrer Meinung nach noch an?

Rogers: Noch weitere zehn Jahre, denke ich. Es wird zwischendurch aber auch Korrekturen geben.

DAS INVESTMENT.com: Welche Rohstoffe können Sie zum Kauf empfehlen, die bisher nur wenige Anleger auf dem Radar haben?

Rogers: Ich selbst habe alle Rohstoffe und empfehle nur ungern einzelne. Aber ich halte sämtliche Agrarrohstoffe für billig. Reis, Weizen aber auch Silber sind deutlich unterbewertet.