Stresstest von Bafin und Bundesbank zeigt Dieses Szenario ist Gift für die Banken

Hauptgebäude der Bundesbank: Die Geldwächter stellten eine umfassende Bankenstudie vor | © Bundesbank

Hauptgebäude der Bundesbank: Die Geldwächter stellten eine umfassende Bankenstudie vor Foto: Bundesbank

Die gute Nachricht lautet: Geraten die Märkte unter Stress, werden das die meisten deutschen Banken vermutlich souverän überstehen. Und die schlechte Nachricht: Bei 4,5 Prozent von ihnen ist das nicht der Fall. Sie wären ernsthaft gefährdet und könnten das vom Gesetz geforderte Eigenkapital wohl nicht mehr aufbringen.

Das geht aus einer Umfrage der Aufsichtsinstitute Bafin und Bundesbank hervor, die sie zugleich mit einem Stresstest gekoppelt haben (Hier geht's zur Präsentation). Daran nahmen 1.555 deutsche Banken teil, deren Bilanzen zusammen rund 3 Billionen Euro schwer sind. Das entspricht 88 Prozent der Kreditinstitute in Deutschland und 41 Prozent der Bilanzsummen.

Herzstück der Studie ist ein Stresstest, und der unterstellte folgende Szenarien:

  1. Zinsschock: Das Zinsniveau steigt um 2 Prozentpunkte (sorgt dafür, dass Refinanzierungskosten steigen und der Wert von in der Bilanz gehaltenen Anleihen sinkt)
  2. Schuldnerschock: Die Ausfallwahrscheinlichkeit von Krediten steigt um 155 Prozent, die erwartete Verlustquote nimmt um 20 Prozent zu
  3. Kursschock: Bei verzinslichen Bilanzpositionen steigen die Risikoprämien um 0,3 bis maximal 15 Prozentpunkte. Alle anderen Positionen (zum Beispiel Aktien oder Gold) verlieren pauschal 20 Prozent an Wert

Bei allen drei Schocks zusammengenommen würde die harte Kernkapitalquote der Banken im Schnitt von 16,24 auf 13,29 Prozent sinken, errechneten die Tester. Zum harten Kernkapital gehören das über Beteiligungen (Aktien, Genossenschaftsanteile etc.) eingezahlte Eigenkapitel und angesammelte Gewinnrücklagen. Dieses quasi unbegrenzt zur Verfügung stehende Geld setzt man mit speziell gewichteten Bilanzrisiken ins Verhältnis und erhält so die harte Kernkapitalquote. Ein Wert von 13,29 Prozent nach Schock ist insofern souverän, dass das Gesetz eine Quote von 4,5 Prozent verlangt. Allerdings würden die bereits erwähnten 4,5 Prozent der getesteten Häuser, also rund 70, eine andere Quote reißen. Sie könnten die sogenannten Säulen I und II und den zusätzlich vorgeschriebenen Kapitalpuffer nicht mehr aufbringen. Das sind weitere Messzahlen, die weitere Kapitalteile aber auch zusätzliche Risiken enthalten.