Strom-Interview: „Die Grenzen zwischen erneuerbaren und fossilen Energien fallen“

Josef Auer, DB Research

Josef Auer, DB Research

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DAS INVESTMENT.com: Herr Auer, die Anfang Dezember 2009 gegründete „North Seas Countries Offshore Grid Initiative“ will in den kommenden zehn Jahren tausende Kilometer Hightech-Stromkabel auf dem Grund der Nordsee verlegen. Was ist daran so toll? Josef Auer: Das könnte ein Meilenstein für die Ökostromwende werden. Man fängt gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: Die Speicherung des unberechenbaren grünen Stroms wird einfacher, weil mit dem neuen Netz auch der Zugang zu den Speicherkraftwerken in Skandinavien, Österreich und der Schweiz geschaffen wird. Außerdem bekommen die Hersteller erneuerbarer Energie mehr Planungssicherheit, dass ihr Strom auch wirklich ans Netz geht. Das gilt besonders für die Betreiber von Offshore-Windanlagen.
 
DAS INVESTMENT.com: Aber dazu sind die Netzbetreiber doch eigentlich gesetzlich verpflichtet, oder? Auer: Ja, die Netzbetreiber sind per Gesetz dazu verpflichtet für die Steckdose auf See zu sorgen. Dennoch gab es in der Vergangenheit Probleme bei der Umsetzung. Für eine Anschlussgarantie fordern die Betreiber oft, dass die Finanzierung des Windparks steht. Der Windpark wiederum bekommt von der Bank aber nur dann eine Finanzierung, wenn der Anschluss ans Stromnetz garantiert ist.
 
DAS INVESTMENT.com: Ein klassisches Henne-Ei-Problem, das jetzt so gut wie gelöst ist. Was bedeutet das für die Strombranche?

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  Auer: Die Konkurrenz der einzelnen Stromarten untereinander wird größer. Es gibt aber kein Entweder-Oder, sondern vielmehr ein Sowohl-Als-Auch.