Studie: Finanzberater nutzen Potenzial bei jungen Familien nicht

Junge Familien haben viele Finanzdienstleister noch <br>nicht richtig auf dem Schirm. Quelle: Fotolia

Junge Familien haben viele Finanzdienstleister noch
nicht richtig auf dem Schirm. Quelle: Fotolia

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Nach der Geburt eines Kindes werden die Themen Absicherung und Vorsorge für vier von fünf jungen Paaren wichtiger (siehe Grafik). Mehr als zwei Drittel (68 Prozent) sind in dieser Lebenssituation für einen Abschluss hoch aufgeschlossen. 82 Prozent der jungen Familien schließen speziell für das Kind oder für sich und die ganze Familie Versicherungen und Anlageprodukte neu ab oder erweitern deren Umfang.

Das sind Erkenntnisse aus der Befragung von 300 Eltern in Finanz- und Versicherungsfragen im Alter von 20 bis 40 Jahren mit zumindest einem unter 6-jährigen Kind im Haushalt. Die Marktforscher der Heute und Morgen GmbH führten die repräsentative Umfrage im Juni und Juli 2011 durch.

Schwer greifbare Zielgruppe


Finanzdienstleister indes nutzen das Potenzial dieser Zielgruppe in der Regel nicht aus, weil ihnen die genaue Zielgruppenkenntnis fehlt. Junge Familien stellen eine zunächst nur schwer greifbare, in sich stark inhomogene Zielgruppe dar.

Die Ergebnisse zeigen, dass längst nicht alle jungen Eltern durch die gleichen Produktkonzepte und die gleiche Art der Ansprache zu erreichen sind. Die Marktforscher teilen die jungen Familien in drei nahezu gleich starke Basistypen mit unterschiedlichen Einstellungen und Verhaltensweisen zur Absicherung und Vorsorge ein:

„Betont Fürsorgliche“ (36 Prozent) sind stark emotional geprägt und setzen die Absicherung ihres Kindes an erste Stelle. Die Eltern haben sich nach der Geburt häufig aktiv beraten lassen und kennen sich in familienrelevanten Finanz- und Versicherungsfragen recht gut aus. Meist sind „betont Fürsorgliche“ Ein-Kind-Familien.

Demgegenüber kennen sich die „zurückhaltend Überforderten“ (32 Prozent) wenig in Finanzdienstleistungen aus. Absicherung und Vorsorge spielen hier aber seit der Geburt ebenfalls eine sehr wichtige Rolle. Dennoch verhalten sich diese Eltern eher passiv und haben sich bisher erst wenig beraten lassen.

Drittes Zielgruppensegment sind die „relaxed Rationalen“ (32 Prozent), für die das Thema Absicherung und Vorsorge bereits vor der Familiengründung wichtig war. Ebenso wie bei den „Betont Fürsorglichen“ wurden mit der Geburt des Kindes mehrere Produktabschlüsse getätigt. „Relaxed Rationale“ Eltern sind offen für Beratung und weisen einen hohen Kenntnisstand in punkto Finanzdienstleistungen auf. Zudem verfügen sie meist über ein überdurchschnittlich hohes Einkommen.