Sturz mit Folgen Was eine gute Unfallversicherung ausmacht

Ein Rettungshubschrauber ist in einem Flutgebiet unterwegs: Bergungskosten bei einer Unfallversicherung sollten nicht zu niedrig angesetzt sein. | © Getty Images

Ein Rettungshubschrauber ist in einem Flutgebiet unterwegs: Bergungskosten bei einer Unfallversicherung sollten nicht zu niedrig angesetzt sein. Foto: Getty Images

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Eigentlich trägt die Unfallversicherung einen falschen Namen, sie ist doch eine Absicherung gegen Invalidität als Unfallfolge“, sagt der Finanz- und Versicherungsmakler Frank Rindermann aus Karlsruhe und erklärt, warum sie nötig ist. „Ob auf dem Weg zur Arbeit, auf der Baustelle, beim Renovieren oder während des Frühjahrsputzes: Ein Unfall kann immer und schnell passieren. In einigen Fällen erleidet der Verunglückte schwere Beeinträchtigungen mit langjährigen oder dauerhaften Folgen.“

Folgen, die das gesamte Lebensumfeld verändern, werden häufig unterschätzt. Dabei verletzen sich etwa 7 Millionen Bundesbürger jährlich bei Unfällen. Die meisten ereignen sich dabei im Haushalt (33 Prozent) oder in der Freizeit (32 Prozent, siehe auch Grafik Seite 25). Ungefähr eine Million der Unfallopfer haben schwere Folgen zu tragen. Hinzu kommt noch das Risiko, arbeitsunfähig zu werden, das zirka 200.000 Unfallopfer trifft.

Gliedertaxe bestimmt die Leistung

Um Invalidität zu bestimmen, verwenden Versicherer Gliedertaxen. Sie geben bestimmte Invaliditätsgrade an, wenn das Unfallopfer bestimmte Gliedmaßen verliert oder nicht mehr nutzen kann. Der Verlust des Hörvermögens auf einem Ohr bedeutet etwa eine Invalidität von 30 Prozent, ist der Daumen ab, sind es 20 Prozent.

Den Grad der individuellen Invalidität bestimmt dabei immer ein Arzt. Und es gibt nicht nur eine Gliedertaxe. Rindermann: „Versicherer nutzen – je nach Qualität ihrer Versicherungsbedingungen – unterschiedliche Gliedertaxen. Dabei kann für die gleiche Beeinträchtigung bei Versicherer A ein Invaliditätsgrad von 60 Prozent vorliegen, aber bei Versicherer B ein Grad von 75 Prozent.“

Kleine Unterschiede mit große Folgen

Um den Grad der Invalidität werde am meisten gestritten, berichtet der Makler. Kein Wunder, denn ein Grad von 20 Prozent würde bedeuten, dass die versicherte Leistung nicht fällig wird, wenn diese beispielsweise erst ab 25 Prozent ausgezahlt wird. „Bei hohen Progressionsstufen kann eine Differenz von nur 5 Prozent Invalidität schnell einige Tausend Euro ausmachen. Ich empfehle daher Tarife mit ‚verbesserter Gliedertaxe‘“, so Rindermann.

Der Versicherer Janitos etwa bietet sechs verschiedene Gliedertaxen bei seiner Unfallversicherung an, alle mit verschiedenen Schwerpunkten. So liegt der Fokus bei der Gliedertaxe „Hand“, wie der Name schon sagt, auf dem Arm- und Handbereich. Hier gilt beim Verlust eines Daumens zum Beispiel ein Invaliditätsgrad von 60 Prozent statt der marktüblichen 20 Prozent. Und in der Gliedertaxe „Sinne“ bedeutet der Verlust des Hörvermögens auf einem Ohr eine Beeinträchtigung von 80 statt 30 Prozent.