T. Rowe Price mit neuem US-High-Yield-Fonds „Anleger profitieren von falsch bewerteten kleineren Emissionen“

Karsten Kutschera ist Vertriebschef für Deutschland und Österreich beim US-Fondshaus T. Rowe Price. | © T. Rowe Price

Karsten Kutschera ist Vertriebschef für Deutschland und Österreich beim US-Fondshaus T. Rowe Price. Foto: T. Rowe Price

Die US-Fondsgesellschaft T. Rowe Price legt einen neuen Fonds in Luxemburg auf: Der US High Yield Bond Fund will Anlegern Zugang zum US-Markt für Hochzinsleihen verschaffen. Er setzt auf Emissionen von kleinen und mittelgroßen Unternehmen aus Basissektoren wie Energie, Telekommunikation, Industrie und Konsum. 

Der US High Yield Bond Fund liegt in der Obhut von Kevin Loome. Der Portfoliomanager verwaltete in der Vergangenheit bereits eine deckungsgleiche Strategie für Henderson Global Investors, heute Janus Henderson. Vor knapp einem Jahr wechselten Loome und sein Team zu T. Rowe Price und setzen ihre Arbeit unter neuer Flagge fort. Daher habe der Fonds bereits einen fünfjährigen erfolgreichen Track Record vorzuweisen, heißt es von dem Fondsanbieter.

„Vor dem Hintergrund einer positiven inländischen Wirtschaft profitieren US High Yield-Emittenten von den stärkeren Cashflows und den verbesserten Unternehmenskennzahlen. Die aktuell zweiprozentige Ausfallrate bei US-Hochzinsanleihen liegt etwa bei der Hälfte des historischen Durchschnitts“, sagt Loome anlässlich des Fondsstarts in Luxemburg. Er ergänzt: „Allerdings ist der US-Hochzinsmarkt mit nur 20 Emittenten, die etwa 20 Prozent der ausstehenden Anleihen ausmachen, nach wie vor sehr konzentriert.“  

Im Interview spricht Karsten Kutschera, Vertriebschef Deutschland und Österreich von T. Rowe Price, über die Vorzüge des US-Hochzinssektors und die noch offene Nische, die der US High Yield Bond Fund am europäischen Markt besetzen soll.

DAS INVESTMENT: Der US High Yield Bond Fund von T. Rowe Price soll jetzt auch für deutsche Anleger investierbar werden. Es wurde ein Teilfonds in Luxemburg aufgelegt. Was macht US-Hochzinsanleihen für hiesige Anleger interessant?

Karsten Kutschera: Anleger suchen im aktuellen Niedrigzinsumfeld nach rentierlichen Anlageoptionen, wozu unter anderem. Hochzinsanleihen zählen. Die Anlageklasse hat in der Vergangenheit aktienähnliche Erträge bei deutlich reduzierter Volatilität erwirtschaftet. Das Renditeniveau ist im Moment deutlich höher als bei europäischen Hochzinsanleihen und dieser Renditevorsprung könnte weiter wachsen. Aus Sicht eines Euro-Anlegers schmälern die aktuellen Hedgingkosten zwar den Renditevorteil, gleichzeitig geht es vielen Investoren auch um eine gewisse Diversifikation und eine eher strategische Allokation der Anlageklasse in ihrem Portfolio. Ferner finden wir ein solides fundamentales Umfeld vor und gehen bis auf Weiteres im historischen Vergleich von niedrigen Ausfallraten aus.

Der US-Hochzinsmarkt ist sehr konzentriert, 20 Emittenten machen bereits ein Fünftel aller ausstehenden Anleihen aus. Sehen Sie das nicht als Risiko?

Kutschera: Wir sehen die Konzentration des Marktes eher als Chance für aktive Manager, einen Mehrwert gegenüber dem Index beziehungsweise passiven Anlagen zu generieren. Das Team um Kevin Loome agiert unabhängig vom Index und schaut sich bewusst auch kleinere Emissionen an, die häufig weniger Beachtung bekommen und bei denen Ineffizienzen zu beobachten sind.

Für wen eignet sich der Fonds Ihrer Meinung nach?

Kutschera: Hochzinsanleihen können für Anleger geeignet sein, die angesichts der teils volatilen Marktbewegungen eine ausreichende Risikotragfähigkeit mitbringen und die einen eher langfristigen Anlagehorizont verfolgen.

Welche Rolle spielt das Zinsumfeld mit in den USA wieder steigenden Leitzinsen?

Kutschera: Das Zins- oder Durationsmanagement spielt in unserem Portfolio nur eine untergeordnete Rolle. Die Duration des Portfolios ist das Ergebnis unserer Bottom-up-Titelselektion und wird nicht aktiv gemanagt. Sollten die Leitzinsen in den USA wie von vielen erwartet weiter steigen, so würde der Renditevorteil des US-Anleihemarktes weiter zunehmen und Investoren würden verstärkt US-Dollar-Allokationen in Erwägung ziehen. Diese werden aber auch davon abhängen, wie sich die Credit Spreads im Vergleich zu Europa entwickeln und ob nach einer möglichen Absicherung des Wechselkursrisikos weiterhin Renditevorteile unter Berücksichtigung des allgemeinen Risiko-Rendite-Verhältnisses bestehen.