Technologietrends 2018 – Teil 1 Neue Entwicklungen erschließen neue Anlagemöglichkeiten

Fotograf auf der größten Konsumentenmesse für Technologie in Las Vegas: 5G ist neues, zentrales Thema  für die Unternehmen | © Getty Images

Fotograf auf der größten Konsumentenmesse für Technologie in Las Vegas: 5G ist neues, zentrales Thema für die Unternehmen Foto: Getty Images

2017 war das Jahr, in dem der Hype um Big Data in erste reale und weitreichende Anwendungen mündete. Noch befinden sich diese Entwicklungen in ihren Anfängen, aber an Beispielen wie den Innovationssystemen von IBM („Watson“), SAP („Leonardo“) und  Salesforce („Einstein“) und den Lösungen anderer großer Software-Unternehmen  lässt sich erkennen, wohin der Weg führt. Alle diese IT-Konzerne integrieren Künstliche Intelligenz (KI) in ihre Plattformen. Diese Entwicklung gibt einen Eindruck davon, was noch kommen wird.

Im Jahr 2018 wird Big Data entscheidend dazu beitragen, die laufenden IT-Kosten zu senken und neue Datenanalysetechniken einzusetzen. KI-Technologien werden Unternehmen dabei helfen, Datenbestände – ob strukturiert oder unstrukturiert – besser auszunutzen. Die Unternehmen werden die Erkenntnisse umsetzen in einen höheren Nutzen für die Kunden und eine Optimierung ihrer Geschäftsprozesse. Über die nächsten Jahre wird jede App, jede Softwareanwendung und jede Dienstleistung mehr oder weniger stark ausgeprägte KI-Komponenten beinhalten. Das Analysehaus Gartner erwartet, dass bis 2021 nicht weniger als 40 Prozent aller neuen Unternehmenssoftware-Anwendungen von Dienstleistern implementiert werden, die KI-Technologien einsetzen.

KI könnte bis 2030 14 Prozent des globalen BIP beisteuern

Nach Ansicht des Beratungsunternehmens PwC (Sizing the Price, Juli 2017) könnte Künstliche Intelligenz bis 2030 bis zu 15,7 Billionen US-Dollar (12,9 Billionen Euro) zur Weltwirtschaft beisteuern, was einem Anteil von 14 Prozent des globalen BIP entspricht: 6,6 Billionen US-Dollar (5,4 Billionen Euro) kommen dabei voraussichtlich aus Produktivitätssteigerungen und 9,1 Billionen US-Dollar (7,4 Billionen Euro) sind aus dem Konsum der Privatverbraucher zu erwarten.

Die prognostizierten Produktivitätsgewinne der Unternehmen werden zum einen durch komplette Automatisierungsprozesse getrieben, indem etwa ausschließlich Roboter und autonome Fahrzeuge zum Einsatz kommen. Zum anderen aber werden bestehende Belegschaften KI-Technologien in ihren Arbeitsalltag integrieren, ohne dass die Mitarbeiter gänzlich von Maschinen ersetzt werden.

Die höhere Konsumnachfrage der Verbraucher dürfte sich aus der außerordentlich gesteigerten Verfügbarkeit von personalisierten, KI-angereicherten und damit insgesamt höherwertigen Produkten und Dienstleistungen ergeben.

IoT-Geschäft dürfte bis 2020 auf 470 Milliarden US-Dollar anziehen

Das Internet der Dinge (Internet of Things = IoT) war in den vergangenen Jahren Lieblingsbegriff von Technologiepropheten. Was sich derzeit verändert, ist das immer höhere Niveau dieser smarten Technologien. Die Marktanalysten von Gartner prognostizieren, dass Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen aufgrund des technologischen Fortschritts in einer immer größeren Zahl von Geräten eingesetzt wird; die Bandbreite reicht dabei von smarten Gesundheitsanwendungen (Smart Healthcare Equipment) über autonome Ernteroboter für die Landwirtschaft bis hin zu sprachgesteuerten persönlichen Assistenten wie Amazon Echo.

Gartners Prognosen für intelligente IoT-Anwendungen werden auch von anderen Firmen unterstützt. So nimmt das Beratungsunternehmen Bain an, dass die IoT-Umsätze bis 2020 insgesamt auf ein Volumen von 470 Milliarden US-Dollar (385 Milliarden Euro) anziehen; für das IoT-Geschäft im Unternehmensumfeld erwartet Bain im Jahr 2020 Umsätze von 331 Milliarden US-Dollar (271 Milliarden Euro). Dabei wird allein im Bereich Industrie 4.0, also bei Anwendungen im verarbeitenden Gewerbe, ein Umsatz von 85 Milliarden US-Dollar (70 Milliarden Euro) prognostiziert.

Mobilfunkstandard 5G ermöglicht Echtzeitanwendungen

IoT selbst ist nur ein Anfang, die Technologie wird mit der Entwicklung von drei Bereichen weiter wachsen: Edge Computing (dezentrale Datenverarbeitung am Rande des Netzwerks), Analytik und der Aufbau des zukünftigen Mobilfunkstandards 5G werden IoT beflügeln.

Edge Computing ist eine neue dezentrale Datenverarbeitungsarchitektur, die im Bereich IoT insbesondere dann zum Einsatz kommt, wenn Datenaustausch in Echtzeit erforderlich ist: Intelligente Drohnen, autonome Fahrzeuge und andere KI-gesteuerte smarte Geräte können aufgrund ihrer datentechnischen Komplexität nicht mehr länger per Datenversand an die Cloud gesteuert werden. Viele dieser Geräte benötigen Rückmeldung und Datenverarbeitung in Echtzeit, wofür Edge Computing die einzig gangbare Technologie ist.

Analytik: Die ungeheuren Mengen an Informationen, die durch das IoT produziert werden, haben das Potenzial, unser gesamtes Leben – von der Industrieproduktion über das Gesundheitswesen bis hin zu Struktur und Funktionsweise ganzer Städte – zu revolutionieren. Die Menschen werden effizienter und profitabler als jemals zuvor arbeiten können. Ein Beispiel: Das Unternehmen One hat herausgefunden, dass sich durch den Einsatz modernster Technologien die Flottenkosten für ihre 180.000 LKWs von 15 US-Cents pro Meile auf nur noch 3 US-Cents reduzieren ließen. Auch Konsumgüterfirmen können, selbst wenn sie bereits auf den Zug vernetzter Geräte aufgesprungen sind, die verfügbaren Daten noch viel besser auswerten, um einen tieferen Einblick in die Konsumwünsche ihrer Kunden zu erhalten. Sie verschaffen sich damit im lukrativen aber wettbewerbsintensiven Konsumgütermarkt einen wichtigen Vorsprung.

Der 5G-Mobilfunkstandard wiederum wird essenziell, weil die Datenmengen, die durch das IoT produziert werden, die bisherigen Mobilfunkkapazitäten an ihre Grenzen bringen.  Mobilfunkdienstleister werden sich gezwungen sehen, die Infrastruktur für den neuen Mobilfunkstandard viel rascher aufzubauen als es bei der letzten Umrüstung der Fall war.

Anleger, die von den neuen Technologietrends profitieren wollen, können sich  technologieaffine Themenstrategien zunutze machen. Mehr zu den so genannten SDR(= Security, Digital und Robotics)-Strategien:

Im nächsten Beitrag geht es um die Technologietrends Clouds und Blockchain.