Themen-ETFs Wie Investoren vom Aufstieg der Roboter profitieren

Roboter in einem Krankenhaus in Belgien. Arbeitnehmer werden sich zunehmend auf Roboter-Kollegen einstellen müssen | © Getty Images

Roboter in einem Krankenhaus in Belgien. Arbeitnehmer werden sich zunehmend auf Roboter-Kollegen einstellen müssen Foto: Getty Images

Arbeitnehmer, vor allem in der Industrie, müssen sich an neue Kollegen gewöhnen. Sie sind arbeitsam und nerven nicht, sind aber auch nicht für einen zwischenzeitlichen Plausch zu haben. Die Cobots, kurz für Collaborative Robots, erobern die Arbeitswelt. Im Gegensatz zu klassischen Industrierobotern, die in abgeschotteten Bereichen ihre Aufgaben verrichten, arbeiten die Cobots Hand in Hand mit ihren Kollegen aus Fleisch und Blut.

Mittels ausgeklügelter Sensor- und Steuerungstechnik  können die Maschinen auf Menschen reagieren und mit ihnen interagieren. Diese Verbindung kann in der Fertigung über mobile Kommunikationstechnik wie Smartphones, Tablets oder Datenbrillen hergestellt werden. Dabei wird die Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine zunehmend intuitiver: Die Steuerung per natürlicher Sprache, Gestik oder auch Augmented Reality gewinnt an Bedeutung. Für viele Arbeitnehmer ändern sich nicht nur der Kollegenkreis, sondern auch die Arbeitsabläufe. Routine-Abläufe oder auch körperlich anstrengende Arbeiten übernehmen Maschinen. Vom Menschen ist mehr Planerisches, Strategisches und Kreatives gefragt.

Starke Zuflüsse in Robotik-Fonds

Cobots sind nur ein Trend in der weiten Welt der Robotik und Automatisation. Diese befindet sich gerade in einer sprunghaften Entwicklungsphase, in der nicht nur Unternehmer, sondern auch Investoren enorme Chancen wittern. Die Mittelzuflüsse in Robotik-Fonds haben in den vergangenen zwölf Monaten stark zugenommen. Die Bank of America Merrill Lynch schätzt, dass sich das verwaltete Vermögen solcher Fonds von April 2016 bis April 2017 von 4,2 auf 8,7 Milliarden Dollar mehr als verdoppelt hat.

Dafür dürfte es mehrere Gründe geben. Zum Beispiel ist das Interesse am Thema gestiegen. Die weltweiten Google-Anfragen zu Automatisation und Robotik haben sich in den vergangenen fünf Jahren mehr als verdoppelt. Roboter werden auch in der Alltagswelt präsenter. Laut der International Federation of Robotics (IFR) hat sich die Zahl der Industrieroboter seit 2009 vervielfacht. Und die Einsatzmöglichkeiten nehmen stetig zu. Roboter ziehen zunehmend ins Alltagsleben ein. Laut Prognose der IFR steigt die Anzahl an Haushaltrobotern weltweit von 2016 bis 2019 von unter 10 auf über 30 Millionen. Auch bei Robotern für den Unterhaltungs- und Freizeitbereich  wird ein starker Anstieg erwartet.

Spezialindex für Robotik- und Automatisations-Unternehmen

Eine kostengünstige Möglichkeit, in das Zukunftsthema zu investieren, bietet der iShares Automation & Robotics UCITS ETF. Abgebildet wird der iSTOXX FactSet Automation & Robotics Index. Er soll eine Benchmark für die Wertentwicklung von Aktien von Unternehmen mit Schwerpunkt auf der Entwicklung von Technologien wie der Roboterfertigung, fahrerlosen Autos, 3D-Druck und künstlicher Intelligenz liefern. Dazu wird eine spezielle Methodik des amerikanischen Finanzdatendienstleisters Fact Set genutzt.

Ausgangsbasis ist der globale, über alle Marktkapitalisierungen gestreute STOXX Global Total Market Index. Hieraus filtert Fact Set die Unternehmen, die mehr als 50 Prozent ihres Umsatzes aus einem oder mehreren vorab festgelegten Sektoren erzielen. Mit dem Revere Business Industry Classification System von Fact Set werden die Umsätze eines Unternehmens auf sechs sich zunehmend differenzierenden Stufen einordnet, die als Hierarchien bezeichnet werden. Mithilfe dieses Systems soll gewährleistet sein, dass ausschließlich Unternehmen aus dem Robotics- und Automation-Sektor in den Index gelangen.

Um eine gute Nachbildung des Index zu ermöglichen, müssen die Werte zudem eine Mindestgrenze beim täglichen Handelsvolumen und der Marktkapitalisierung im Streubesitz aufweisen. Der Index setzt sich aus mindestens 80 Positionen zusammen, die alle den gleichen Anteil haben. Diese Gleichgewichtung wird jährlich wieder hergestellt. So können Investoren von den besonders großen Wachstumschancen kleinerer innovativer Firmen genauso stark profitieren wie von der Entwicklung der größeren Unternehmen.