Themen-ETFs „Zukunftsthemen präzise und kosteneffizient spielen“

 David Wenicker, Vertriebsleiter für den iShares-Wealth-Bereich bei BlackRock

David Wenicker, Vertriebsleiter für den iShares-Wealth-Bereich bei BlackRock

Seit rund vier Monaten können Anleger mit iShares-ETFs auch Themen spielen. Welche Themen sind im Angebot?

David Wenicker: Mit unserem neuen Produktangebot wollen wir vier zentrale und globale Zukunftsthemen abdecken, mit denen Anlegern das Potenzial von Megatrends erschließen können, die uns alle betreffen, gleich ob im Privatleben, im Beruf, in der Wirtschaft oder in der Gesellschaft. Dazu gehören das Thema alternde Bevölkerung beziehungsweise der demografische Wandel, Innovationen im Gesundheitswesen, Digitalisierung sowie das Thema Robotik und Automatisierung in der Wirtschaft.

Warum gerade diese Themen?

Wenicker: Weil diese Zukunftsthemen mit hoher Wahrscheinlichkeit unser wirtschaftliches, politisches und gesellschaftliches Leben weltweit in den kommenden Jahren prägen werden. Beispielsweise werden sich die Bedürfnisse der Menschen durch die zunehmende Alterung und das Wachstum der Weltbevölkerung grundlegend verändern. Vor allem die Gruppe der über 65-Jährigen wird stark wachsen. Oder schauen Sie sich die tiefgreifenden technologischen Veränderungen an, die Art und Weise wie heute kommuniziert wird und wie Technologie im Gesundheitswesen eingesetzt wird. Oder auch die rasante, weltweite Verstädterung, die Verlagerung der wirtschaftlichen Kräfteverhältnisse innerhalb der globalen Wirtschaft und die zunehmende Ressourcenknappheit – all diese Veränderungen setzen enorme Kräfte frei, die das Nachfrageverhalten von Menschen nach bestimmten Gütern und Dienstleistungen nachhaltig verändern werden.

Themen festzulegen ist die eine Sache. Entscheidend ist aber, wie die Themen letztlich abgebildet werden. Wie sind Sie dabei vorgegangen?

Wenicker: Wir haben für die vier Themen einen kosteneffizienten, transparenten und einfachen Zugang über ETFs geschaffen. Diese bilden jeweils einen Index des unabhängigen Indexanbieters Stoxx ab. Stoxx hat gemeinsam mit FactSet Research Systems, einem US-amerikanischen Finanzdaten- und Softwareunternehmen, eine thematische Indexserie aufgelegt, die auf Basis einer umfangreichen Datenbank Unternehmen für den jeweiligen Index ermittelt. Dies erlaubt, sehr gezielt in bestimmte Themen zu investieren.

Wie wurden die entsprechenden Unternehmen zu den Themen ausgewählt?

Wenicker: Die Unternehmen werden auf Basis des FactSet Revere Business and Industry Classification System, kurz RBICS, aus einem globalen Aktienuniversum herausgefiltert. Dieser granulare Ansatz ermöglicht, ein fundiertes Verständnis der reellen Geschäftstätigkeit zu erlangen, die tatsächlichen Einnahmequellen von Unternehmen zu erfassen und diese den genannten Zukunftsthemen zuzuordnen. Die Herangehensweise erlaubt es uns, Unternehmen mit einem hohen Maß an Präzision einzustufen und so ein optimales Engagement in bestimmten Anlagethemen zu erreichen.

Wie viele Unternehmen sind in den Indizes?

Wenicker: Der iStoxx FactSet Ageing Population Index hat mit 236 Titeln die größte Anzahl an Positionen. Die anderen drei iStoxx-FactSet-Indizes – Digitalisation, Automation & Robotics und Breakthrough Healthcare – haben zwischen 80 und 102 Komponenten.

Gerade bei Trend-Themen wie Robotik oder Digitalisierung verändert sich die Welt sehr schnell. Neue Unternehmen starten durch, andere verlieren. Ist der Anleger hier nicht besser in einem aktiven Fonds aufgehoben?

Wenicker: Sowohl der aktive als auch der Indexansatz bieten Vorteile. Anleger, die einen aktiven Manager mit der Selektion von Aktien beauftragen möchten, müssen bereit sein, entsprechend hohe Kosten dafür zu tragen. Entscheidend ist aus unserer Sicht aber, sich möglichst diversifiziert aufzustellen. Welcher Manager vermag schon zu sagen, welche Unternehmen von diesen Trends am stärksten profitieren? Wir möchten Anlegern daher eine effiziente, flexible sowie transparente Alternative bieten, die Themen diversifiziert im Portfolio abzubilden. Die zugrundeliegenden Indizes sind zwar regelbasiert, aber dadurch keineswegs statisch. Sie werden jährlich überprüft und angepasst. Unternehmen müssen bestimmte Kriterien erfüllen, um in den jeweiligen Index zu gelangen, sonst werden sie herausgenommen.

iShares ist auf dem FONDS professionell KONGRESS in Mannheim. Nähere Informationen zu den Vorträgen finden Sie hier.