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20.04.2009 06:40
Rubrik: Themenkanal Offshore

Dienstleister rund ums Öl: Die Bohrmeister

Die Plattform Atlantis von BP wird im
Golf von Mexiko in Position gebracht
Foto: BP

Eine Erholung des Ölpreises lässt besonders Dienstleister rund ums schwarze Gold profitieren. Für sie läuft es wie geschmiert.

3.800 Meter tief bohrt sich der Deepsea Driller in den Golf von Mexiko. 15.000 Tonnen an Gerät kann die hochhausgroße Riesenpumpe auf ihr Deck laden. Die Tanks fassen rund 150.000 Barrel Öl. Das sind 23,85 Millionen Liter – ein Öl-Würfel mit einer Kantenlänge von 28,80 Metern.

Die schwimmende Bohrinsel ist ein sogenannter Floater. Wenn die Lage des Öls es erfordert, kann das Monster sich über 12.000 Meter durchs Wasser und in den Meeresgrund bohren. Trotz seiner gigantischen Ausmaße ist ein Floater mobil. Ist ein Ölfeld leer gepumpt, wird die Plattform zum nächsten Feld gezogen.

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Rund 1.240 Bohrinseln zählt der Branchendienstleister Rigzone weltweit. 780 davon sind auf den Weltmeeren im Einsatz. Viele davon sind immobil und fest verankert, etwa in der Nordsee. Einsatzort für die Floater sind die Tiefseegebiete am Golf von Mexiko, das Gebiet 80 Kilometer südöstlich von Rio de Janeiro und die tiefen Meeresgründe vor den westafrikanischen Ländern Angola und Nigeria. Diese drei Gebiete nennen Experten das „goldene Dreieck“.

Fast eine halbe Million Dollar pro Tag

Für Öl-Servicegesellschaften sind sie ein Dorado. Öl-Servicegesellschaften wie Schlumberger, Haliburton, Transocean oder Noble, die mit 88 Jahren älteste Bohrgesellschaft weltweit, sind Dienstleister für die großen Ölproduzenten wie BP, Shell, Total oder die brasilianische Petrobras. Sie besitzen keine eigenen Ölfelder und fördern auch kein eigenes Öl.

Im Auftrag der internationalen Ölgesellschaften führen diese Firmen Bohrarbeiten auf aussichtsreichen Feldern durch. Sie bauen Plattformen, Pipelines und Raffinerien. Sie liefern seismologische Analysen. Oder sie vermieten die Ultratiefwasser-Ölplattformen. Fast eine halbe Million Dollar Miete kostet solch ein Deepsea Driller – pro Tag. Noch vor vier Jahren lag der Tagessatz bei rund 70.000 Dollar. „Dank der deutlich gestiegenen Mieten für ihre Plattformen schwimmt die Industrie förmlich im Geld“, sagt Matthew Conlan, Analyst beim US-Finanzhaus Weeden & Co. Größter Anbieter der Hightech-Bohrer ist die US-Gesellschaft Transocean. Ihre Flotte umfasst 121 Floater.

Von: Malte Dreher

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