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20.04.2009 06:30
Rubrik: Themenkanal Offshore

Öl neu gerollt

Foto: Christa Nöhren / Pixelio

Der Ölpreis wird mittelfristig weiter steigen. Produkte auf klassische Ölindizes könnten dennoch leiden. Neue Rollmechanismen sollen Abhilfe schaffen.

Gut 98 Dollar zahlten Investoren Mitte März 2008 dafür, Ende März dieses Jahres ein Fass Leichtöl der Sorte WTI geliefert zu bekommen. Aktuell kostet es gerade knapp die Hälfte. In der Konjunkturflaute wird weniger vom Schmierstoff der Wirtschaft gebraucht: Die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) korrigierte ihre Nachfrage-Prognose ebenso nach unten wie die Internationale Energieagentur.

Erwartung treibt Futures-Preise

Mittelfristig, geben sich Experten überzeugt, wird der Ölpreis aber wieder deutlich steigen. Jeff Currie, Chef des Rohstoff-Teams von Goldman Sachs, rechnet mit einem Preis von 65 Dollar im vierten Quartal dieses Jahres – das wäre ein Plus von immerhin rund 30 Prozent. „Die langfristige Story ist, dass das Ungleichgewicht im Markt sich nicht verändert hat und der Markt große Probleme bekommen wird, wenn die Nachfrage wieder anspringt.“

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Für Anleger, die einen solchen Anstieg nutzen wollen, können genau diese Erwartungen zum Problem werden. Denn sie spiegeln sich auch an den Futures-Märkten wider, die Basis für Anlageprodukte auf den Ölpreis sind.

Bereits seit einiger Zeit begegnen die Produktanbieter dieser bei Rohstoffen häufig auftretenden Contango-Falle mit neuen Rollmechanismen. Mittlerweile gibt es auch eine Reihe von Öl-Konstrukten, die Rollverluste reduzieren sollen. Interessant sind hierbei die Subindizes aus der Rici-Enhanced-Reihe. Statt ausschließlich den jeweils nächstfälligen Future zu kaufen, streuen die Indizes über mehrere Terminkontrakte und müssen nicht monatlich komplett rollen. In der Rückrechnung zeigt sich der Index der klassischen Variante tatsächlich überlegen.

Goldman will sich selbst schlagen

Ebenfalls über Futures verschiedener Laufzeiten streut der in Euro gesicherte UBS Bloomberg Constant Maturity Index, der aus einem breiten Korb von Terminkontrakten besteht. Auch Goldman Sachs ist bereits seit 2007 auf der Suche nach optimierten Rollmechanismen. Der S&P GSCI Dynamic soll den hauseigenen Standard-Rohstoff-Index schlagen, indem er früher und flexibler rollt.

Von: Christopher Nachtweh

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