Krise ahoi!
Alle Schiffsmärkte werden die Finanzkrise und den weltweiten Konjunkturabschwung zu spüren bekommen. Schiffsbeteiligungen können aber immer noch ein stabilisierender Faktor im Depot sein
Hamburg sieht rot. Überall in der Hafenstadt prangt Werbung der Hamburger Sparkasse – für das gute alte Sparbuch. Bei Hamburgs Emissionshäusern herrscht derweil Flaute. Schiffsfonds, die Platzierungssieger des Jahres 2007 mit plus 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, leiden wie alle komplexeren Investments unter dem Streik der Anleger.
Dabei können Schiffe als stabilisierendes Element im Portfolio eingesetzt werden, da sie sich fast völlig unabhängig von anderen Asset- Klassen entwickeln. Und nicht nur das: „Schiffsfonds sind und bleiben das einzige praktisch steuerbefreite Investment. Gerade für vermögende Kunden macht dies einen großen Unterschied“, erläutert Christian Huber, Geschäftsführer der Vertriebsplattform Efonds24.
Doch es liegt unruhiges Fahrwasser voraus. Denn die Charterraten sinken, unter anderem wegen eines ernomen Überhangs neu bestellter Schiffe. Dies gilt auch für die derzeit so beliebten Massengutfrachter (Bulker), denen bislang nachgesagt wurde, dass das Verhältnis von Angebot und Nachfrage bei der Tonnage halbwegs passen würden.
Die Orderbücher geben aber nicht den tatsächlichen Flottenzuwachs der Massengutfrachter wieder. Erste Einhüllentanker, die bis 2015 von den Weltmeeren verschwunden sein müssen, werden zu Bulkern umgebaut. Wegen der hohen Neubaupreise soll sich der Umbau in diese anspruchslosen Schiffe lohnen.
Dazu kommen äußerst trübe Konjunkturaussichten. Professor Burkhard Lemper vom Bremer Institut für Seeschifffahrt und Logistik erwartet, dass der Containerumschlag wegen der spürbar schwächer wachsenden Weltwirtschaft in diesem Jahr um nur noch 8 Prozent zunimmt, nach kontinuierlich zweistelligen Wachstumsraten in den vergangenen Jahren.
2009 sollen es nur noch 7 Prozent sein. An den langfristigen Prognosen ändert Lemper nichts: „Wir halten weiterhin an einem Volumen von einer Milliarde umgeschlagener Container 2020 fest, denn dazu muss der Markt um nur etwa 6 Prozent pro Jahr wachsen. Die zweistelligen Ergebnisse der Vorjahre kompensieren die aktuelle Delle problemlos.“



