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04.05.2009 15:00
Rubrik: Themenspecial Value Investing

Asset-Allocation-Pionier David Swensen: Der Elite verpflichtet

David Swensen
Foto: Yale

David Swensen steht wie kein anderer für die langfristige Investmentstrategie der US-Elite-Universitäten. Er ist seit mehr als zwei Jahrzehnten für das Management des Stiftungsvermögens von Yale verantwortlich und Vorbild für institutionelle Investoren und Privatanleger gleichermaßen.

Was aber heißt es, sich an dem Mann zu orientieren, der Yale auch zu einer Eliteeinrichtung der Investmentwelt gemacht hat? Wie kommt man zu solchem Erfolg, um den die meisten Anleger die Elite-Universitäten nur beneiden können? „Die grundsätzlichen Prinzipien, die wir für Yales Portfolio anwenden, gelten auch für individuelle Anleger, nämlich ein diversifiziertes, aktienorientiertes Portfolio aufzubauen“, antwortet Swensen.

Damit hat er sofort begonnen, als er die Verantwortung des Stiftungsvermögens von Yale übernommen hat: Als Swensen seinen Job im Jahr 1985 nach Stationen bei Salomon Brothers und Lehman Brothers antrat, waren zwei Drittel des Stiftungsvermögens in US-Aktien angelegt – heute sind es gerade noch 10 Prozent. Hinzu kommen 15 Prozent internationale Aktien.

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Aus gutem Grund: Für Swensen ist zwar klar, dass Aktien langfristig die Nase vorn haben. Denn das ergibt die Auswertung der Erträge verschiedener Anlageklassen seit 1926 von Yale-Professor Roger Ibbotson, auf die Swensen zurückgreift. Doch „es gibt eine Reihe von Perioden, in denen man über Nacht weiße Haare bekommen hätte“. Swensen hat daher nach Alternativen zu Aktien und Anleihen gesucht. Die Suche führte ihn zu Anlageklassen wie Holz oder Ölfeldern.

Das Management eines Portfolios, in dem ungewöhnliche Assets eine große Rolle spielen, war nicht immer ein leichtes Unterfangen. „Wir hatten nicht all die Ressourcen, die wir dafür gebraucht hätten“, so der Investmentchef. Also musste er sie schaffen. Weil er nicht genügend qualifizierte Manager für Immobilien, Öl- und Gasvorkommen und andere alternative Investments fand, hat er selbst über die Jahre gut 20 Investmentfirmen ins Leben gerufen, die Teile des Yale-Portfolios verwalten.

Darüber hinaus setzt das Yale Investment Office vor allem auf neue Fonds, in denen es häufig die Rolle des Gründungsinvestors übernimmt. Damit sichern sich die Stiftungsmanager Einfluss und gehen gleichzeitig Investment-Moden aus dem Weg. Im Schnitt hält Yale den externen Managern – derzeit sind es mehr als 100 – dann allerdings mehr als zehn Jahre die Treue. Das Yale Investment Office hat durch die engen Kontakte zur Elite der Geldmanager einfach das richtige Händchen für die Auswahl der geeigneten Investmenthäuser.

Swensen zu kopieren ist da kein leichtes Unterfangen. „Man muss den Markt nicht schlagen, um ein Gewinner zu sein“, warnt Charles Ellis Privatanleger sogar davor, sich Endowment-Manager David Swensen zum Vorbild zu nehmen. Der Aufsichtsratsvorsitzende des Yale Endowment rät zur gleichen Besonnenheit, die er selbst walten lässt: „David kann es. Das heißt nicht, dass ich es auch kann. Ich mache sehr einfache Dinge: Ich investiere in Investmentfonds und bin sehr zufrieden mit der Art, wie ich es mache.“

>> zum Themenkanal „Asset Allocation“

Von: Christopher Nachtweh

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